Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1462689
BEI 
SCHACK UND HEUTE 29 
 
schnellen Ideenassoziation des Künstlers, der um jeden Preis 
deutlich werden und sich auf alle mögliche Weise ausdrücken 
will, fiel ihm zu der schaurigen Felsklamm von weitem die 
Teufelsbrücke und der Goethe'sche Vers ein, und aus der Vor- 
stellung des Grauens war ein sprechender Bildgedanke geworden. 
Vers und Bild haben den gleichen Ursprung. 
Und wenn er heute im Sturm auf dem Mittelmeer segelt, 
sagen wir mal bei den Ponza-Inseln und sich an die Sirenen 
erinnert, so ist bald ein Bild da; in der sonnigen Campagna 
bei gutem Wein) wird sich anderes verbinden; bei einem Ver- 
lust und einer Totenfeier kann er im Gegensatz dazu doch, um 
den Schmerz auszudrücken, auf eine Pietä kommen. 
Nicht alle landschaftlichen Eindrücke scheinen ihm, zur 
Lebendigmachung der ihnen für ihn innewohnenden Stimmung, 
so grosse Figuren zu brauchen. Die eine kleine war gross 
genug für die einsame überwucherte Villa am Meer.] 
So einige Beispiele genügen. Sie sollen ja nur die Bild- 
entstehung aus dem Subjektiven, die behauptet wurde, beweisen 
und nicht in den vorbereitenden Stimmungen und Schicksalen 
des Künstlers herumgraben. Weiter als die Bilder selber 
sprechen, geht uns das nichts an. Kunstwerke wollen aus sich 
selbst heraus verstanden werden. 
Wenn das Romantik ist, dass der Künstler subjektive Em- 
pHndungen auf andere zu übertragen strebt, dann_,ist Böcklin 
gewiss Romantiker, trotzdem man ihn vielleicht noch einmal 
einen Klassiker der Farbe nennen wird. 
Ich will ihm zu yallerletzt den Poeten absprechen, wie es 
bei diesen Auseinandersetzungen über den Böcklin bei Schack 
und den seitder „Seeschlange" in aufsteigender Linie scheinen 
könnte. Ich will nur betonen, dass seine Phantasie immer selbst- 
bewusster oder lediglich auf die ausgedehnteste Kenntnis seiner 
Kunstmittel und Grenzen gründet. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.