Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1462673
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BÖCKLIN-AU FZEICHNUNGEN UND ENTWÜRFE 
Aber die heutige Ökonomie, jene weise Sparsamkeit, die 
griechisches Nationaleigentum war, hat er nur im bewussten 
Erwerb der Mittel mit der Erfahrung der Jahre, der Ruhe der 
Mannesjahre erreicht. Heute freilich steht man bei ihm stets 
einer unerbittlich geplanten Anlage gegenüber, die mit dem Not- 
wendigsten an Mitteln die höchste Deutlichkeit erreicht. Und das 
Vernünftige, Verständliche, Beherrschte ist doch die Hauptsache. 
14 i: 
ß 
Er hat damals, als er für Schack malte, noch Flöte ge- 
blasen und Glöcklein geläutet vor seinen Bildern  er hätte 
so gern die Musik mit darauf gemalt. Dann als fertiger, seine 
Mittel überschauender Mann hat er eingesehen: das geht eben 
nicht. Er hat lieber ein Gedicht zu machen versucht, um auch 
das Nichtdarstellbare zu seinem Recht zu bringen. Er hatte 
noch im Jahre 1887 auf seinem Lebensbild eines. Das liebe 
Kind Musik hat er hinausgeworfen und ist hart geworden,  
gerade weil es ihn so viel gekostet. 
14 ä! 
Bruckmann nennt ihn einen Romantiker. Seine Bilder, 
erinnert er mit Recht, haben stets einen subjektiven inneren 
Anlass, ihren Ursprung in seiner jeweiligen Stimmung. So die 
 deren Entstehung auf den unter besonders tragischen 
Umständen erfolgten Tod seines Töchterchens zurückzuführen 
ist. Der Tod mit dem Wirbelwind, Blitz und Brandstätte""") 
ist nicht umsonst  gemalt, wie auch die „Via Mala" nur 
seine Angst gemalt haben will, die er empfand, als er von Italien 
zu Fuss da durchkam. 
[Böcklins Bilder sind nie Illustrationen. Nehmen 
wir die Drachenhöhle: Das Grauen der starren, menschen- 
feindlichen Alpenschluchten stieg mächtig in ihm auf  nicht 
die Vedute, nicht der Goethe'sche VersT)  aber mit xder 
Ein- 
 Böcklinwerk Bd. ll, 28. 
 Ebenda I. 32. („Der Ritt des Todesf")  
 Das Bild ist 1870 in Basel entstanden, allerdings unterdem 
druck des deutlich vernehmbaren Kanonendonners. A. d. H. 
1') Die letzte Strophe von "Mignon": I 
„Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg? 
Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg; 
ln Höhlen wohnt der Drachen alte Brut; 
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut." A. d. 
        

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