Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1465050
 
Da die vorgestellte Welt diejenige ist, in der man lebt, 
und nicht die wirkliche, so muss man überall Rücksicht nehmen 
auf unsere Vorstellungen: man darf nicht mit einer, wenn auch 
neuen, Secierschere Geflügel zerlegen oder Bowle in einem 
wenn auch ungebrauchten Nachttopf auftragen. 
Der Kü n s tler giebt sich alle Mühe, sein Werk als 
einen Gegensatz zur wirklichen Welt erscheinen zu lassen. 
Alle Mittel ergreift er, die ihm dazu helfen. Auch der Bühnen- 
künstler. 
als 
„Das passt nicht dahin" 
„das ist unkünstlerisch". 
heisst 
ungefähr 
gerade 
SO 
viel 
VOf 
Die Kun st ist auch 
Böcklinschen Bildern 
eine Glaubenssache, 
sagen. 
könnte 
man 
Dies Professorentum  das ist der Tod der Kunst. 
Wenn man's mal formulieren kann und ausgesprochen hat,  
kann man's auch bleiben lassen. 
Wenn man weiss oder sagt: so muss es gemacht werden: 
hier sieben Muskeln, da sitzen die drei etc.  ex est mit der 
Kunst. 
Kunst. 
hat,  
ist 
Das Fertigmachen, 
doch nur Höflichkeit 
wo es künstlerisch nicht 
gegen das Publikum. 
nötig 
iSta 
Wieder einmal Herr Uhde und Konsorten. Das Ver- 
mischen von Christussen, Engeln etc. mit modernen Kindern, 
Stuben, Tendenzen in realistischer Ausführung betreffend: Anders 
wollen sie nie mit, wenn das Wort Phantasie fällt, aber gerade 
da wollen sie alles durchbrechen, was felsenfest steht, in unserer 
nicht heuchelnden Vorstellung des modernen Zeitalters.
        

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