Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1465031
 
densieren,  oder ist er ein Holzhacker, der seine Muskeln 
zur Verfügung braucht,  egal,  diejenige Nahrung, welche 
es immer sei, wird die richtige für ihn sein, die ihn am arbeits- 
fähigsten macht  denn das bedeutet seine höchste Gesund- 
heit  sei es sogar Wein, Cognac, Tabak etc. 
Die Griechen, als Menschen und Künstler und nicht Theo- 
logen und Schulmeister, waren nicht so dumm, die Leiden- 
schaft als nicht von den Göttern stammend zu erklären und 
verachten. 
Da lag eine Katze im Sonnenschein, am Boden, ein Hinter- 
bein hoch, den Kopf sah man nicht. Ich komme immer wieder 
darauf zurück: überzeugen muss man als darstellender Künstler. 
Das war gar nicht überzeugend. Ein richtiger Moderner hätte 
es vielleicht grade deswegen gemacht. 
Dem Bauern, der in die Stadt kommt, sind alle Gäule 
zu klein, der ungewohnt grossen Umgebung gegenüber.  
So sieht jeder nach seiner Leibeshöhe. Die Städte, die mir in 
meiner Jugend so gross erschienen, weil ich sie mit 1 Meter 
Höhe sah, sind jetzt, wo ich lang und gross bin, überall zu 
Ende, wo ich ausschaue und ausschreite. 
Das Bekannte, Unrichtige, ist unter Umständen viel mehr 
wert, als das unbekannte Richtige, mit dem ich keine Wirkung 
hervorbringe. Ich brauche eben mein Publikum. Wie viel ist 
z. B. in diesem Sinn die deutliche, allgemein verständliche 
Formensprache der Antike wert! 
Das Wahrsein allein hilft gar nichts. Überzeugen muss 
man als Künstler. 
Z. B. Ibsen. Weil er selbst ein grässlicher Eistropf ist, 
macht er andere Leute auch unglücklich,  wie ein grausamer 
Metzger. 
(Ibse n. Wer nichts bringt, sondern was wegnimmt, gehört 
vor die Thür. Wenn einer Wahrheit will, soll er zum Philo- 
sophen oder Pfarrer gehen, die zwar auch keine haben. Aber 
dahin, auf das Terrain gehören diese Fragen. Der Künstler 
soll nicht das Unheil ausschlachten, das er erlebt. Das ist zu
        

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