Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1465022
VARIA  237 
Immer mehr Leute, die malen lernen resp. malen können, 
weil sie Geld haben, und daneben Leute, die malen könnten, 
aber kein Geld dazu haben. Das hängt durcheinander. Den- 
selben Vergolder resp. Rahmen haben sie beide. Eine zweck- 
lose Malereiausstellung. Wohin mit all dem Zeug?  
Ich gehe allemal durch wie ein abgehärteter Landgraf. 
Diese Bilder sagen ja nicht mehr lieblich: schau mich an, 
sondern: geh weg! Sowohl was die Themata als auch was die 
Farbe und Malerei anlangt. Lauter abgemarterte Maler. Das 
will ich erkennen und nachweisen, ob der oder der aus Drang, 
Kraft und Freude schafft oder nicht. 
Ich 
Händen 
steh' ja dem Künstler immer so gegenüber: mit offenen 
 gieb mir was! Du hast ja alle Taschen voll! 
Ich sah schnell durch den grossen Refraktor auf der 
Florentiner Sternwarte und schon war der Uranus vorüber- 
gesaust, den man mir eingestellt hatte. Mit einem Schlage war 
mir die Thatsache und Schnelligkeit der Erdumdrehung deutlich. 
Ein Einschwenken der Musik, ein Vorbeimarsch, ein un- 
erwarteter, ein endloses Hurrah vor dem grüssenden Kron- 
prinzen,  und Sedan war in meinem Schädel vorhanden. 
Es hat immer etwas Feierliches, wenn einem plötzlich 
ein Begriff Thatsache wirdf) 
Böcklin sieht unerbittlich gleich hinter die Vergoldung, da 
wo der Pappendeckel ist, und das ärgert die Leutä Andere 
lassen ihnen doch wenigstens das Häutchen, den Überzug, den 
verlogenen. 
3 t ü 
W28 
Ist einer ein geistreicher Mensch und muss hier und da 
fangen in der Luft und dann wieder einen Gedanken kon- 
eine 
 Dieser Gedanke ist wohl als Beispiel für Böcklins Kunst als 
Oifenbarung über das eigentliche Wesen der Kunst gedacht. A. d. H.
        

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