Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1465008
VARIA 235 
Welche Vorstellung wir von den schwierigsten mensch- 
liehen Gliedmassen etc. haben, beweist mir z. B. der Umstand 
dass mir heute, fast im Dunkeln, der blosse Kontur einer 
Hand  die dann gichtisch sich erwies  so abenteuerlich 
falsch vorkam, dass mir fast angst wurde. Etwas, was ich be- 
sass, war hier einen Augenblick umgestossen, das ist ein sehr 
peinliches Gefühl. 
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Wie ganz anders als wir Gefühlsmenschen denkt ein 
Italiener! Ganz sachlich, jeder Stimmung entkleidet, nackt, 
roh sind seine Begriffe. Teilnahmslos. 
Es kommt stets nur auf das Unterscheidende (also Sprechende, 
Verdeutlichende) an in der Kunst, nicht auf das Gemeinsame. 
Lenbach: Er kann nicht, wie z. B. Holbein,_idas Ganze 
übersehen. Dazu kann er nach keiner Seite genug. Aber er 
kann eine Hauptsache herausfinden und die soweit treiben 
wie nur möglich. Er kennt seine Einseitigkeit  das ist seine 
Kraft. 
1B 34 
S! 
Oberlaender. Das Komische erst sich vorstellen und 
es dann auch darstellen können, dass es auch für andere so 
erscheint,  also künstlerisch ganz sauber gemacht, alles Über- 
flüssige erkannt und fortgelassen  dazu gehört" ein verdammt 
geordneter Kopf. 
i? i: 191 
Das" ist ja gerade das Grosse in der Kunst, das Unend- 
liche,  dass jeder das Wichtige wo anders findet. Es giebt 
Gott sei Dank, nicht eine Lösung für Jedes, wie Böcklin meint. 
Cf 
Wer von der 
das künstlerisch 
Natur abgeht, muss freilich beweisen, dass 
nötig hatte, um sich deutlich zu machen.
        

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