Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464955
 
rosten, der so blank dastehen könnte! Aber alle Tage um die- 
selbe Ecke, mit den gleichen Leuten auf der nämlichen Zunft 
. . . .  siehe Gottfried Keller in Zürich. 
Der richtige Abstand 
doppelte Länge desselben. 
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Bild 
einem 
ist 
nach Böcklin 
die 
Merkwürdig ist doch, dass sich Qualitäten, die die Herren 
Pleinair-Maler so hoch schätzen, auf dem ihnen diametral ent- 
gegengesetzten Wege  durch Böcklin  den sie zu den Ihrigen 
zählen möchten  und der sie für Packträger hält, erreichen 
lassen! 
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„Kunstwerke werden im Arbeiten geboren", sagt heute 
wieder einer (Hoffart), im handwerklichen Arbeiten, nicht vor- 
her auf dem Sopha. Ich gebe das soweit zu, als ich sage: 
Raffael ohne Hände ist, trotz Lessing, eine ästhetische Dumm- 
heit. Ein Künstler, der bloss im Kopf arbeitet, ist keiner; denn 
er wäre keiner, sobald man ihm die Hände dazu gäbe. 
Die ästhetische Kleiderordnung (welche einteilt in Historien-, 
Genre- etc. Maler) wurde nicht von den SchaHenden, sondern 
von den Registrierenden erfunden, nicht der Künstler, sondern 
nur der Gewerbetreibende oder Emporkömmling wird sie sich 
gefallen lassen. 
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Alle ästhetischen Meinungen sind Abstraktionen, d. h. aus 
dem Geschaffenen gezogen, kommen also stets hinterher und 
können nie Gesetze werden,  ausser  leider  für einige 
Generationen Publikum. Inzwischen sorgt dann die Kunst für 
neue, wenn es einen guten Jahrgang giebt. 
[Die Ästhetik ist nur der Versuch, die jeweilige Kultur 
zusammenzufassen und zu erklären, aber sie ist nichts Dauerndes. 
Nach so und so vieljahren giebt sie nach und macht das Gleiche.] 
Mein Verhältnis zur Ästhetik ist dasselbe, welches Fon- 
tenelle zur Metaphysik unterhielt: „Ich war recht jung, als
        

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