Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464921
VARIA 227 
Molle führen müsse. Der Weg wird immer schmutziger, so 
dass er seiner Frau sagt, sie soll stehen bleiben, er will sehen, 
ob es denn überhaupt noch weiter geht. Am trockenen Rand 
des immer hohler werdenden Weges sich hindrückend, sieht 
er plötzlich oben durch die Hecke einen ganz echten Räuber 
mit Riesenperücke und Bart, Sonntagssammtjacke, Pistolen 
und Dolche in der Fascia, ohne Hut und eine Trompeten- 
donnerbüchse in den Händen  hätte Frank Buchser nicht 
schöner machen können. Und unten, am Knick des Weges, 
kniet im Anschlag auf die Ecke, um die man kommen muss, 
ein zweiter. Er erinnert sich, dass oben, als sie in den Weg 
einbogen, jemand mit einem schäbigen Hund, der ihnen nach- 
lief, gepfiffen hatte, dem Köter wie er damals glaubte. Lang- 
sam tastet er sich an der Wand zurück bis zu seiner Frau 
und sagt: „Gieb mir die Hand. Komm mal her: so was 
hast du noch nie gesehen. Leise!" Und er zeigt ihr die beiden. 
Als sie dann wieder zurück sind und auf die hohe Heide neben 
dem Hohlweg steigen, von wo man die ganze Situation übersah, 
sind die Herren Banditen weg. 
Böcklin brauchte einmal Tauben und hatte sie bisher doch 
nie so recht angesehen. Also suchte er sich auf dem mercato 
vecchio (Florenz) zwei aus, die ihm auch im Ton sehr glück- 
lich schienen, und gedachte, sie einige Tage bei sich herum- 
laufen zu lassen und ihnen dann die Freiheit zu geben. Er 
habe noch einen Gang zu machen, sagte er, dann, in zehn 
Minuten, komme er, sie abzuholen. Als er wieder kommt, 
überreicht ihm der höfliche Toskaner lächelnd zwei  nackte, 
gerupfte Tierchen. a: t 
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„Als Jungen kriegten wir jeder zu Weihnachten einen 
Teller PfeHernüsse, mit einigen schönen Paradestücken oben 
drauf. Sofort vertauschte ich meine Zuckersachen gegen die 
Pfeifernüsse der anderen  und hatte dann stets einen ver- 
dorbenen Magen. Das ist für mich das Bezeichnendste in der 
Erinnerung an Weihnachten", erzählt Böcklin.
        

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