Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1462489
Persönliches. 
Die höchste Begabung ist die stets 
frische Entwicklungsiiihigkeit. 
Arnold Böcklin ist jedenfalls, so poetisch seine Bilder 
aussehen und wirken, persönlich ohne jede Neigung zur Empfind- 
samkeit, ohne alle lyrischen Alluren. Ein durch und durch 
selbständiger, selbstbewusster, unermüdlicher Mann, klar, offen, 
gesund an Körper und Geist, ein Mann der That, der Thätig- 
keit, und der unentwegt weiss, was er will. Viel Herz und 
Gemüt hat er wohl nicht gerade. Oder er unterdrückt es längst 
als unbrauchbar, unnütz. Darin ist er Schweizer. Was er 
über Leben und Kunst sagt, ist nicht direkt genial, aber vor- 
züglich beobachtet und zweckbewusst klar durchdacht. Seine 
bedeutende Persönlichkeit, die sich der möglichst leichtflüssigen 
Mittel leicht bedient, zieht er bei all seinen Auseinander- 
setzungen nicht in Betracht. 4 
Er trug auch einmal langes Haar und sah poetisch drein. 
Jetzt (achtziger Jahre) sieht er unerbittlich aus, positiv, zur 
Sache, geht stramm, trägt sich kurzgeschoren, mit festem 
Schnurrbart. Er ist eine durch und durch einheitliche Persön- 
lichkeit geworden, die ihre ganz bestimmte Strasse geht, sonn- 
tägliche Wege wandert, ohne rechts und links das Handwerk 
zu grüssen. Alles bezieht sich bei ihm auf seine Kunst, alles 
misst er nach ihr, sie ist ihm alles, ist Er. Dass er exklusiv 
ist? Das kommt daher, dass er eine Überzeugung hat. Und 
das ist das Entscheidende. 
Ein Eingehen auf seine Lebensschicksale und sein Familien- 
leben würde von seiner künstlerischen Art und Thätigkeit 
nichts erklären, weil alles ausserhalb Liegende nichts an seiner 
Kunst zu ändern vermochte. Er hielt es damit wie mit dem 
einzelnen Bild: nur das wesentlich und sachlich Dazugehörige,
        

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