Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464785
MODERNE MALEREI 213 
 
die unüberbrückbaren Gegensätze zwischen ihm und den von 
Helferich und der Breslau verteidigten Impressionisten, die 
ihm noch (siehe I-Ielferich) zum Heil der Kunst  überlegen 
sein sollen. Aber bange machen gilt nicht, und ein Auflauf ist 
keine Zeitströmung. 
Die Kunst wird eben auch bald rechts, bald links geritten, 
 sie bleibt, Bereiter und Reiter wechseln, ob sie nun abge- 
worfen oder  abgesetzt werden.  
In diesem Sinn ist die „Malerei" vielleicht überhaupt keine 
Kunst, sondern nur eine Geschicklichkeit. 
Es fällt gewiss mir zuletzt ein, irgendwelchen internen 
Fragen der Malerei ihr eigenes Austragsrecht im geringsten 
zu bestreiten; auch lebe ich viel zu sehr in meiner Zeit, um 
sub specie aeterni urteilen zu wollen. Aber  die immer und 
naturgemäss wiederkehrenden Einseitigkeiten und Ansprüche der 
jugendlichen Mode darf man doch  von seinem Standpunkt aus 
 von den dauernd Reformatorischen, Schöpferischen trennen. 
Übrigens wird die ganze Frage so sehr als Privateigen- 
tum der Maler resp. der Beteiligten behandelt und ist es auch 
so sehr geworden, dass man kaum noch mitreden mag. 
Aber es liegt nicht in der Macht des unbeteiligten, ruhig 
weiterschauenden Beobachters, in einer  nehmen wir an noch 
so glänzenden  jeweiligen Zeitbethätigung das alles Frühere 
ausschliessende Evangelium der Malerei zu sehen. Vieles wird 
man ihnen gerne preisgeben; aber mit der Gewissheit, dass 
eine spätere Generation auch von ihnen Vieles preisgeben wird. 
Indessen ist das das Schicksal aller Pioniere, und wenn 
die Herrn sich nur als solche ihrer Resultate freuen, darf man 
sie nicht missverstehen. 
Das wirklich Wertvolle in dem Streben der „Neuesten" 
ist nicht ihre I-Iellblaumalerei, ihre "Natur", sondern ihre un- 
erbittliche Stellungnahme gegen jeden Schlendrian in der 
Malerei. 
Eine breite Luftwelle weht daher, die vieles Alte mit sich 
reisst und  und das wird sie am besten im Innern recht-
        

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