Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464746
MODERNE MALEREI ZOQ 
 
tümlichkeiten 
als komisch. 
wird, 
besonders 
bei 
den 
Jüngsten, 
verlacht, 
gilt 
Die Franzosen haben ihre Kommune gehabt und ihren 
Zola noch  warum sollen sie nicht mal auch in dem Sinn 
malen? Aber was geht das uns an? 
jede Pariser Nervosität müssen unsere Modernsten auch 
fühlen  wie Modedamen oder Gecken. Bei den Parisern ist 
sie wenigstens folgerichtig entstanden und entwickelt; sie haben 
sie erfunden. Unsere  weil einer und der andere mal in 
Paris war  machen sie kalt nach und versuchen's damit. 
Den Malern imponieren sie immer. 
Es ist unsäglich gleichgültig, jedenfalls zu keinerlei Über- 
hebung berechtigend, welches Stück Wahrheit die jeweiligen 
Modeführer als das Ganze oder das Alleinseligmachende pro- 
klamieren. Für die Entwickelungsgeschichte ist einzig das 
individuelle Streben wertvoll. Den Zusammenhang nachweisen 
wollen, ist schon recht oft als müssige Schreiberei und Kon- 
jekturenmacherei entlarvt. 
es ist nicht der 
(und die Kunst 
Das ersehnte Naturstudium ist da, aber 
Kunst zu gute gekommen, sondern selbständig 
verdrängend) aufgetreten. 
Natürlich heisst es gleich seitens der Modernen: das ver- 
stehst du nicht! Na natürlich. Wie kann auch ein Mensch 
ohne Cul de Paris gehen, wenn man grade 1888 schreibt. 
Auch ich glaube nicht an eine "historische" Kunst  
am wenigsten für unsere Tage (wo sie ausserdem fast stets nur 
ein Deckmantel für zurückgebliebene Professoren und beleidigte 
Ästhetiker ist). Aber ebensowenig an dies prätentiöse, im- 
portierte, nach Paris gehörige Gegenteil, an die Proletarier- 
malerei, „die nun mal 'ran müssen". Nein. Die Sache liegt 
so: die Herren, die das hoffentlich gar nicht so blutig nehmen, 
nmüssen auch mal ran"  an die Berühmtheit, die Krippe etc. 
Auch mir ist eine konventionelle Kunst keine Kunst mehr 
Floerke, Böcklin. 14
        

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