Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464733
 
„Alle die Hexenmeistereien auf modernen Bildern gehen 
mich nichts an." 
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„Technik! Technik kann jeder Schafskopf haben, kann 
jeder lernen." 
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Nur auf eine gewisse Entfernung kann man eine Sache 
richtig übersehen, kann eine Landschaft Eindruck machen, 
malerisch wirken. Aber die Tiftlcr vergessen den Baum über 
seinen Blättern und morden den Wald durch Bäume. Wen 
die Blattform an sich interessiert, der mag I-Ierbarien wälzen, 
aber nicht Bilder malen: die interessieren ihn ja nicht. 
Die Böcklinsche Kunst mit ihrer Verachtung aller Pariserei 
etc. ist keine Einseitigkeit. Das Zusammenstellen und frappierend 
Hinpimpeln von netten Einzelheiten, die mit Gedanken und 
Vorgang nichts Notwendiges zu thun haben, die Richtigkeit von 
Kostümen und Uniformen, kurz die ganze akademische und 
sonstige Korrektheit (über die Korrektheit der Nieder- 
länder, die sich absolut mit Böcklinschen Prinzipien vertrüge, 
ein andermal  ferner das Motiv an sich, seine Tendenz, das 
Pathos, der Witz, die Erzählung, das Drama, das sogen. Kolorit, 
(wenn es Manier ist und nicht jedesmal mit dem Bildgedanken 
selbst geboren und gross wird), das alles, und was man sonst 
heutzutage noch lernen kann, hat mit der Kunst ja herzlich 
wenig zu thun; die Wahrheit des künstlerisch Geschauten steht 
auf der Leinwand nicht als ein Additionsexempel, (welches 
wohl Kenntnis aber keine Empfindung bewirken kann). Wir 
verlangen in der überzeugenden Wesenheit einer auf uns über- 
tragenen künstlerischen Anschauung vielmehr Empfindung, den 
besonderen Fall und den individuell Anschauenden zu verstehen. 
auf 
modernen 
Bildern 
gehen 
Notizen anlässlich der III. Internationalen Kunst- 
Ausstellung in München  
Die Kunst in Deutschland zeigt mehr als je die Tendenz 
pariserisch zu werden,  jede Neigung zu nationalen Eigen- 
Diese Auseinandersetzung ist der Verfasser schuldig geblieben. A. d. H. 
Auszug. A. d. H.
        

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