Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464579
 
möge Leute, die nicht rauchen und kneipen, nicht leiden, ver- 
suchte Schick es gleich, fing aber natürlich dumm an, rauchte 
aus einer Thonpfeife unglaublich schweren Tabak etc.) 
Seine Bildung vervollkommnete er systematisch nach 
eigenem System. Er hatte in seinem Atelierzimmer Rahmen 
voller Photographien berühmter Leute" (gez. von Jäger, R. Paul 
und Konsorten), die er wochenweise wechselnd sich einzeln vor 
Augen stellte, während er entsprechend ihre Werke oder über 
ihre Werke las. 
Natürlich besuchte er fleissig die Sitzungen des archäolo- 
gischen Instituts. Wenn er vom Kapitol kam oder aus der 
ihm sehr angenehmen Gesellschaft von Philologen, sprach er 
ein ganz anderes, gehobenes, selbstbewusstes Hochdeutsch, 
dialektlos, tief bedeutend, so aus dem Kehlkopf hervor; man 
hörte gleich, dass was dahinter war: so ä la Flasch: Ordnung, 
Autorität, Abgeschlossenheit ohne Widerspruch.  Freilich er 
sprach nur so. 
Er schenkt sich zu seinem Geburtstag einen roten Shlips, 
bindet ihn um, zieht seinen guten Rock an und bittet, ihn vom 
Zeichenunterricht (den er zu geben hätte) zu dispensieren: er 
möchte den Tag in Feststimmung verbringen. 
O dass er ewig grünen bliebe! 
Edel und feierlich stieg er herab, schritt er daher. "Ral-fael 
als Knabe", sagte Böcklin, als er Schick das erste Mal die 
Stufen der Akademie herabschreiten sah, „der hat gewiss in 
Dresden studiert." 
Zu Schick passend wäre wohl auch die Äusserung, die 
ein junger Raffael auf Capri that: „Ich male schon 14 Centi- 
meter grosse Figuren und bin der fünftgrösste Maler in Weimar!"
        

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