Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464562
Böcklin 
über 
Rudolph 
Schick. 
Er war ein ordnungsliebender, hoffnungsvoller Jüngling; 
ein Ungeheuer von Ordnung. Er bezog ein Stipendium für 
zwei Jahre und kam damit vier aus. Seine Crayons Nr. 2 und 3 
trug er in beiden Westentaschen mit einer Schnur um den Hals 
vereint. 
Ein Staat waren seine Skizzenbücher, sauber, wie neu. 
Vor einer Studienreise präparierte er sich das Buch und versah 
es mit einer sauberen Aufschrift, z. B. „Studienreise nach Wälsch- 
tirol, Sommer 79. Begonnen am 1. August." Und wenn es 
glücklich ganz voll war, schrieb er darunter: „abgeschlossen den 
so und sovielten. Gottlieb") Schick." (Wenn Raffael das auch 
so gemacht hätte!) Worauf er es dann befriedigt auf den hohen 
Stapel ebenso grosser legt. 
Und was man in so einem Skizzenbuch nicht alles findet! 
Da hat er z. B. eine Genziane ganz genau lebensgross abge- 
zeichnet und daneben geschrieben: blühte am 20. August da 
und da, so und so hoch etc. und dazu den botanischen (nach- 
geschlagenen) Namen  was ihn als Maler doch zum Teufel 
alles gar nichts angeht. 
Sonst richtet er seine Skizzen, wie seine Studien, gleich 
so ein, dass er sie später zum Bild gebrauchen kann. Er zeichnet 
sauber und penibel. Natürlich wird unter jedes Blatt Tag, 
Tageszeit, Ort etc. bemerkt. jedes wird fixiert und dann ein 
Stück Seidenpapier dazwischen gelegt. Er raucht nicht und 
trinkt nicht. Ich habe immer Verdacht gegen solche Ordnungs- 
helden und Musterknaben. (Als Böcklin ihm einmal sagte, er 
ist ironisch 
Vorname 
Der 
verstehen.
        

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