Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464547
Koller 
und 
Böcklin. 
Koller: „Es giebt in der ganzen Malerei nichts so Schönes, 
dass es nicht in der Natur noch schöner vorkäme. Die Natur 
bleibt immer das Schönste." 
„Grade der Tiermaler kann ohne fortwährende Natur 
(Modell) keinen Schritt thun." 
Man soll sich überall als ein Könner ausweisen und sich 
nicht schämen, zu wissen, was jeder Akademieschüler freilich 
schon weiss. Man soll sich nirgends schämen, zu wissen, dass 
auf a b folgt. Sonst beleidigt man den Augeninstinkt des Be- 
schauers resp. provoziert seine nicht zur Fähigkeit des Ge- 
niessens gehörigen Kenntnisse. Ein Tiermaler muss Realist 
sein, d. h. wirkliche Tiere nach der Natur malen. Ein Seemaler 
muss die See und die Schiffe kennen, verstehen. Man lacht, 
wenn er hier rein malerisch nur Töne, Überschneidungen sieht. 
Man verlangt, dass die Schihfe auch segeln können. Von diesem 
Verlangen ist bei keiner Art Malerei ganz abzusehen möglich. 
Das Verhältnis wird sich ja, je nach der Stärke der rein male- 
rischen Potenz resp. Wirkung, sehr verschieden stellen. Auch 
das mehr oder weniger phantastische Stoffgebiet hat einigen 
Einfluss. Aber seine Prozente muss jeder diesem „Wissen" 
des Nichtmaler-Auges zahlen, schon weil ein Maler  wie 
Böcklin verlangt  zu den Gebildeten seiner Zeit gehören und 
sich dessen nicht schämen sollte. 
„Ob einer was davon versteht, sieht man gleich, wenn er 
ins Atelier hineinkommt, wie er die Sache anpackt." 
„Faune, Nymphen und Kentauren sind an sich noch nicht 
malerischer als Geisbuben und Küh. Es giebt keine Rangliste 
für den Maler. Es kommt auf das „wie" an, nicht auf das „was".
        

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