Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464510
 
sie sich quälen. Keiner weiss richtig zu accentuieren, weiss, 
wo der Witz liegt." 
ä: i: FF 
„Stückelberg ist auch so ein .   da malt er aus Gott- 
fried Kellers „R0meo und julie" die Kinder mit der Puppe, 
und hinten pflügen die zwei Alten. In Öl  keine auch so 
schon überflüssige Illustration  als selbständiges Bild, Aus- 
stellungsbild natürlich. Muss ich Kellers Historien gelesen 
haben, wenn ein Bild des Herrn Stückelberg zu mir reden 
soll? So merkt man höchstens, dass die Puppe wohl etwas zu 
bedeuten hat, dass zwischen den Kindern und den Alten ein 
Zusammenhang da sein soll, den der Inhaber des Nacheinander, 
der Dichter, darstellen kann und dargestellt haben mag, der 
Maler natürlich nicht, selbst wenn Erzählen seine Aufgabe wäre." 
sich quälen. Keiner 
der Witz liegt." 
weiss 
„Herr von Werner? Der empfindungsloseste Unteroffizier. 
Papilloten, Kalligraphie, Pfauentum." 
„Aber um noch einmal von Herrn von Werner, von dem 
viel „geschickteren" de Neuville, und von wem Sie wollen 
zu sprechen: das sind alles Panoramamaler, also absolut un- 
künstlerisch strebende Leute. Die Stiefel, die Sporen, die 
Pflastersteine werden auch noch gemalt,  alles, was ein Commis 
voyageur sieht, aber ein Maler nicht. 
Das bisschen Malerische, was sie scheinbar haben, z. B. dass 
das und das im Schatten, im Ton liegen muss  schon weil 
es hell nicht mehr geht, kennt und kann heute beinah' jeder 
künstlerische Konfirmand. 
Wie könnten alle diese Soldatengeschichten auch was 
werden! Überlegen Sie nur: ich muss doch nicht da und da 
und da Rot hinsetzen, weil ich muss (wie bei Uniformen), 
sondern weil es muss (weil es das Bild verlangt, aus male- 
rischem Zwang, als Faktor des Rechenexempels). So ein Kerl 
muss einen gelben Kragen machen, wo er Blau nötig hätte, 
und wird (achselzuckend) antworten: das ist richtig so. Hier 
ist also nicht das malerische Bewusstsein, sondern die militä- 
rische Kleiderordnung verantwortlich in einem Kunstwerk. 
Roter Zinnober z. B. ist für den, der ihn zu benutzen versteht, 
eine sehr wertvolle Farbe. Wer ihn der Husaren und Füsiliere
        

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