Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464403
BÖCKLIN um) HANS von MAREES 175 
überlegt viel, um allgemein verständlich zu sein und konnte 
seinerseits den Verstand nicht ausschliessen. Ausserdem ist 
mit den Jahren, also in der bewussten Kunst, Besonnenheit 
mehr als Begeisterung,  die fliessende Quelle vorausgesetzt. 
Eine dunkle Wolke schattet über der prometheischen Ar- 
beit Marees', Feuerbachs und der andern: nur Böcklin 
steht heiter atmend im rosigen Licht daneben  schöpferischer 
als je. Er macht seine Gebilde so gut er gerade es kann. 
Wer denkt nicht an die graue Sorge Feuerbachs, an 
das ewige Steinewälzen Marees', wenn er dieser heiteren 
Schaffenskraft aus demselben Brodeln der Zeit und der Talente 
(siehe auch Franz Dreber) gegenübersteht! Er ist schliess- 
lich doch die einzige Erfüllung jener deutsch-römischen Tage: 
er griff nie unselbständig auf die Früheren zurück; er griff nie 
über sich und über die Grenzen seiner Kunst, d. h. die 
Leistungsfähigkeit ihrer Mittel hinaus  dies Rüstzeug aber 
handhabte er. (Als echter Künstler von Natur natürlich auch 
die allermöglichen anderen Künste und Techniken.) 
Vieles ist der Wille mit Bewusstsein sich zu entwickeln, 
aber die höchste Begabung ist die stets frische Entwick- 
lungsfähigkeit. 
Immerhin, die rein künstlerische Absicht, wenn sie ohne 
Rück- und Aussicht auf den „Erfolg" als Lebensaufgabe dasteht, 
ist doch sehr viel. In magnis voluisse!
        

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