Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464228
TECHNISCHES 161 
 
das Härteste, jede Zuthat von Farbe erweicht dasselbe: Also 
wenig Farbe, Farbe ruiniert. Es entstehen Risse, wenn man 
das Härtere nach oben nimmt." 
„Die Eigentümlichkeiten, die „Individualität" des Materials 
wollen zum Ausdruck gelangen." 
Schon in den fünfziger Jahren bereitete Böcklin punisches 
Wachs ("Wachsseife") und malte damit. Ebenso Fresko. 
Von seinen für Schack gemalten Bildern war eines, ein 
antikes Oktoberfest (die erste Form von „Vinum bonum" und 
„Vinum Optimum") mit Weihrauch gemalt, d. h. die Farben 
damit gemischt. Die zunächst blinde Malerei wurde durch Über- 
gehen mit einem heissen Eisen wie mit einem festen durch- 
sichtigen Firnis überzogen. (Schack refüsierte übrigens das 
Bild.) 
Die Eitempera führte Böcklin zuerst ein. (1874 in München 
und Florenz.) Eiweiss mit Firnis gemischt, mit Terpentin ver- 
dünnt und Petroleum dazu geschüttet, auf dicken schluckenden 
Grund aufgetragen. 
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I3 
Er malt jetzt (1883, Florenz) 
man zu sagen hat, ist damit bald und 
mittel sind die I-Iaupthindernisse." 
mit purem Leim. „Was 
mühelos gesagt. Die Mal- 
Er hat mal wieder (November 1885, Zürich) ein neues 
Malmittel erfunden. Nach Tempera, Petroleum, reinem Leim, 
Fresko und Gott weiss was, braucht er nun einen Firnis, der 
wie reiner Leim aus dem Pinsel fliesst. Das erste Bild, welches 
er damit gemalt hat, ist in der That weniger spröd als andere, 
sondern weich, morbido, im Vortrag, an Tademas Marmor 
etwa erinnernd. („Vinum optimum"). Der Firnis besteht aus 
sechserlei: gekochtem Leinöl, Bernstein, Mastix, Balsam copaive, 
Petroleum und Terpentin. (Er hat in seinem Leben Kameen 
geschnitten, gebildhauert, farbige Skulpturen gemacht, Fresken 
gemalt, die alte Tempera wieder neu belebt, mit purem Leim, 
mit Petroleum etc. gearbeitet und nun benutzt er wieder ein 
Floerke, Böcklin. 11
        

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