Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464218
160 BÖCKLIN-AUFZEICHNUNGEN UND ENTWÜRFE 
Nachdem der Farbenmensch Böcklin einmal geboren war 
 und zwar mit diesem enormen Willen und Gedächtnis  
war der Techniker, der ihm erst die verlorengegangenen Aus- 
drucksmittel wieder verschaffen musste, notwendig. Suchen, 
Erfahrungen machen, war sein natürliches Los, weil der einzige 
Weg vorwärts zu kommen. Und wenn er nie aufgehört hat, 
nach immer deutlicheren Ausdrucksmitteln zu suchen, um was 
ihn gefreut, immer schöner und lebensvoller darzustellen, so 
kann ich darin nur eine weitere Bestätigung seines rastlosen, 
nie einseitigen Künstlergeistes sehen. 
Böcklin ist durch und durch Maler, der richtige Maler. 
Er hat an Malmethoden soviel wieder herausversucht und fest- 
gestellt wie kein anderer. Ihn lässt das immer rege Gefühl 
des echten Malers für seine technischen Mittel nicht ruhen, 
trotzdem er so gering denkt von der darstellenden Technik, 
wo sie um ihrer selbst willen bewundert werden will. Aber 
das ist bei ihm nicht Lust am Handwerkern und Zeittotschlagen. 
Im Gegenteil, der Wunsch lebt darin immer schneller und deut- 
licher das ausdrücken zu können, was er noch alles zu sagen 
hat, immer schneller und flüssiger vortragen zu können und 
nicht zum mindesten seinen Bildern Dauer zu geben. 
Alles, was er in alten Rezeptbüchern auftreiben konnte, 
versuchte er successive und fand so durch die Praxis manche 
richtige Auslegung derselben. Auch die griechischen Schrift- 
steller durchsuchte er nach technischen Rezepten, die er alle 
praktisch versucht und interpretieren gelernt hat. 
Wir haben zwar keine technische Überlieferung, aber eine 
Vergangenheit. Wenn Böcklin irgendwo immer wieder hin- 
schnuppert und den Knochen vergraben weiss, so sind es die 
altrheinischen Meister. 
„Man bleibt sein Lebenlang ein dummer Junge. Nach 
zwanzig Jahren komme ich manchmal auf das Ei des Kolumbus. 
Hätte man mir das damals gesagt, hätte ich es damals gewusst, 
wieviel Dummheiten hätte ich unterlassen, wieviel weiter wäre 
ich, denk" ich oft." 
„Malerei ist ein Überzug. Bei jedem der halten soll, 
muss die untere Schicht die härteste sein. Das Bindemittel ist
        

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