Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464207
Technisches. 
„Es ist ungeheuer viel Handwerkliches in der Kunst, viel 
Erfahrungssache dabei, viel Probieren nötig, viel mechanische 
Arbeit." (Schon darum ist sie ganz etwas anderes als die rein 
geistige Arbeit des Dichters. Schon darum kann ein rechter 
Maler, der etwas bei der Seele hat, viel länger und viel mehr 
arbeiten als ein rechter Poet.) 
Man kann nicht ganz Genie sein, man muss auch ver- 
gnügter Handwerker sein. 
Der Geistesgegenwart, Entschlossenheit, wie dem Plötz- 
lichen in der Malerei sollte es leicht gemacht werden durch 
das Material. Wie viel fliegt einem nicht zu während der Ar- 
beitl Wie viel ist unvorbedacht praktische Erfahrung während 
der That! Und die günstige Minute entgleitet so leicht! Am 
andern Tag ist einer in ganz anderer Stimmung. 
„Wir sind (die heutigen Maler) ja alle Abenteurer, ohne 
Halt, Steuer und Kompass. Jeder in seiner Nusschale. Keiner 
hat einen Halt an Früherem. Er weiss nichts, glaubt nichts, 
schaut nach und versuchfs." ' 
Ohne Konvention, ohne Überlieferung! Wie viel geht 
verloren, weil der Letzte, der es wusste und seine Vorteile 
kannte, es nicht weiter sagte oder sagen konnte. Dann steht 
man davor: wie ist das gemaltl? Georg Hirth sagt es 
nachher, aber es ist nicht wahr. Und welche Fülle von gün- 
stigen äusseren Zufällen und Kombinationen braucht es, bis so 
etwas wieder gefunden ist! Wenn einer mal nicht mehr weiss, 
dass Dampfnudeln und Strauben nur nach einer Seite gerührt 
werden dürfen  dann verliert er seine Zeit, mit den Nudeln ist's 
aus, und man kann lange warten, bis das jemand wieder auffällt.
        

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