Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1464088
FARBIGE SKULPTUR 147 
 
dass nichts, was farbig auftreten soll, etwa bildhauerisch unvoll- 
endet gelassen werden könne)  nur Entwurf, nur Gips. Der 
Bildhauer soll so weit gehen, als er kann (darum auch das 
Material nehmen, in welchem das möglich ist  Marmor), dann 
soll der Maler kommen und auch seinerseits, rein malerisch, 
mit der Palette so weit gehen, als er kann. 
Das ist unsere Meinung. Barth (Ferdinand) meint, es sei 
ihm zu viel gemalt. Er möchte es mehr bloss kolorieren. In- 
dessen ist da immer einzuwenden, dass ja nichts in der Farbe 
modelliert ist. 
Nochmals: das ist ein Entwurf, ein Versuch, den man 
nicht gleich in Marmor machen wollte. („I-Iier muss ich mehr 
verbergen, als zeigen. In Marmor würde ich mehr zeigen 
können", sagt Bruckmann.) Ergo hat der Maler vieles für den 
Bildhauer machen müssen, was von dem nicht da war. Da es 
jener nicht gethan, hat der Maler das Relief zur grösstmöglichen 
Evidenz bringen wollen  der Bildhauer hat dem Farben- 
menschen viele Schwierigkeiten gemacht. 
Böcklin selbst würde ja lachen, wenn das Ding herunter- 
fiele und zerbräche. 
Summe der Erfahrungen in Böcklins und Bruckmanns 
Atelier: Man soll mit den reifsten malerischen Erfahrungen, 
der positivsten Kenntnis der Palette, in der malerischen Behand- 
lung resp. Unterstützung der Wirkung so weit gehen als man 
kann. (Um mit der Natur zu konkurrieren, ihr über zu werden, 
aufzufallen, sichtbar zu werden, nahm man") [von den Formen 
abgesehen] Farben, die in der Natur selbst nicht vorkommen, 
schon so den Gegensatz herbeiführend. Ein rein künstlerischer 
Gedanke, im Gegensatz zu den thörichten modernen Natur- 
Sklaven.) 
„Die Auslese in Bezug auf Erfahrungen auf dem Gebiet 
der polychromen Plastik war über alles Erwarten gross und 
reich. Vor allem zwei Punkte: die äusserste Formvollendung 
der zu bemalenden Arbeit ist unbedingt erfordert, und ohne 
Goldgrundierung eine ganze Reihe von Wirkungen nicht hervor- 
L 
Altertum.
        

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