Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463937
 
Aber dies Geniessen war ein künstlerisches. Also macht 
er auch nur, was ihn als Künstler freut, aber das so einfach, 
sicher und prachtvoll wie möglich.) Farbe ist da, um die Fläche 
aufzuheben, um Raum zu schaffen, vor- und rücktreten zu 
lassen. Ihrer selbst willen angewendet, würde sie in der 
Skulptur freilich Dummheiten abgeben. Sie ist da, um deut- 
lich zu machen, die Figuren  scheinbar  frei und rund 
hinzustellen und  um das zu wiederholen: überhaupt erst 
auf die Entfernung und bei der Gesamtfarbigkeit  sichtbar 
und selbständig zu machen resp. den Raum zu erweitern, die 
Handlung eindringlich zusammenzufassen und zu trennen, alles 
wie etwa beim Parthenonfries. 
Die Farbe spricht da, wo die Form nicht mehr sprechen 
kann. (Wir haben wenig Plätze, wo die Skulptur das Licht 
hat, unter welchem sie gemacht wurde, und das also für ihre 
gewollte Wirkung wesentlich bleibt. Ferner haben wir so wenig 
wie die Alten Räume, in denen weisse Gipse oder Marmors 
für einen halbwegs selbstgewachsenen und selbsterzogenen Ge- 
schmack möglich sind, so wenig etwa wie Photographien und 
Stiche dekorativ eintreten können, wo man auf farbige Wirkung 
ausgeht  die Farblosigkeit ist eben nur übertragen, phrasen- 
haft, geistreich vielleicht  mais voilä tout.) 
Was für eine Natur, wie die Böcklins, den Reiz (an jenen 
Entdeckungen) erhöhen musste, das war zuerst der Versuch 
das am Augustus Gesehene selbst zu machen, dann aber das 
neue Material: ein Zement, der heute knetbar wie Ton und 
wenige Tage darauf mit dem Meissel zu bearbeiten war, an 
dem man hinzuthun und wegnehmen konnte"')  aus dem man 
ein Original schuf, direkt aus den Händen des Bildners her- 
vorgegangen, eine Schöpfung, bei welcher der Bildhauer Böck- 
lin bei der Arbeit stets den Maler Böcklin im Auge hatte, und 
ersterer nichts machte, was letzterer besser auszudrücken ver- 
mochte oder tot gemacht hätte. Also von vornherein keine zu 
bemalende Statue, sondern eine vom Maler und Bildhauer in 
 Dieser Zement hat nun freilich getäuscht und ist nach allen Seiten 
gerissen. Aber die Hoffnungen ruhen wieder auf einem neuen. A. d. Verf.
        

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