Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463858
Böcklin 
und 
das 
Monumentale. 
Mit seinem Sinn für Improvisieren aus der reichen Fülle 
seiner künstlerisch empfangenen und poetisch vorgestellten 
Eindrücke, ebenso mit seiner  wie bei jeder Farbenkunst  
dekorativen Art auch das Intimste klar auszusprechen, anstatt 
des Zufälligen das Wesentliche, statt des Vielen das Grosse zu 
suchen, einer Richtung, die ihn von allen Seiten ebenso von 
der blossen Landschaft wie vom Porträt wegzieht und selbst- 
verständlich vor jeder Gedankenmalerei, vor Historie und 
Genre bewahrt  mit dieser seiner künstlerischen Individualität 
hängt auch Böcklins Sinn für das Monumentale zusammen, den 
zu bethätigen er so wenig Gelegenheit hatte. 
(Alles Monumentale kann und sollte unbeschadet aller 
anderen berechtigten Ansprüche dekorativ  so sehr dies Wort 
im heutigen Atelierjargon verpönt ist  sein d. h. durch die 
Farbe, Licht und Schatten räumlich, klar, deutlich, einfach und 
gross wirken [und für seinen Platz gedacht sein].) 
(Das Monumentale muss  trotz aller ästhetischen Ein- 
wendungen  dekorativ sein, muss es in allen wirklich lebendigen 
Kunstperioden gewesen sein, und braucht dadurch an Grösse 
der Anschauung nicht zu verlieren.) 
(In unserem Sinne [d. h. für den Böcklinschen Fall] ist 
das Monumentale zugleich das Dekorative, wie früher, wo alle 
Kunst nur dekorativ gedacht war, wo die Künste "sich nicht 
gegenseitig schwächen, sondern stärken, zur Geltung bringen 
wollten". [Viollet-le-Duc.] 
Dass die Kunst nicht stets dekorativ sein müsse, konnten 
uns erst die Akademien [wieder die Renaissance, ebenso wie in 
der Farbenfrage bei der Skulptur] lehren, [in deren geistiger
        

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