Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463828
BÖCKLIN ALS LEHRER; SCHÜLER 
K1 
Geduld riss, er überlegte sich's, mit wem er da eigentlich seine 
Zeit versitze und liess ihn fallen) erst recht, indem sie ihn 
plötzlich für roh, einseitig, handwerkerhaft, vorurteilsvoll, in- 
tolerant erklärten. Sie erklärten damit nur sich selbst. 
Böcklin streitet jedem die Berechtigung ab, sich seinen 
Schüler zu nennen. Den einen und anderen, besonders Sand- 
reuter (der fähigste aus dem Kreise) habe er wohl häufiger 
im Atelier besucht und wie immer seine Meinung olTen aus- 
gesprochen. Wenn der aber ihn nachahme und sich verrenne, 
dafür könne er nichts. 
Allerdings möchte er Schüler haben, d. h. Mitarbeiter in 
der alten Bedeutung, dass sie in seinem Sinn fertig machten, 
was ihm, der sich künstlerisch ausgesprochen, seine Aufgabe 
gelöst hat, durchzuschustern zu langweilig wäre, während sie 
dabei, ausser der Übung und Erfahrung lernten, worauf es ihm 
ankommt (seine grosse Anschauung und einfache Darstellungs- 
art). Aber dazu sei der geringste zu stolz. 
Sandreuter, der so fliegende kluge Studien vor der 
Natur macht, skizzenartig, aber alles Wesentliche enthaltend  
Sandreuter krystallisiert sich niemals sozusagen eine ganz sein 
gewordene Figur, sondern interessiert sich studienmässig für 
das Einzelne, und so wird dann, während er etwa einen Fuss 
zum „Fuss" machen will, daraus ein Ding soo lang und. ge- 
waltig  . . . Das Ganze war ihm darüber verloren gegangen. 
Von denen, die bisher „mitgemacht" haben, ist der einzige 
Bruckmann vielleicht eine Hilfe für ihn  obgleich er im 
strikten Gegensatz zum Alten (den dieser empfindet und aus- 
spricht) nicht recht von der Stelle kommt und etwas Tiftler 
ist. Andrerseits ist zu überlegen, dass Bruckmann noch stark 
mit sich ringt; denn er kommt von Marees, Hildebrand 
etc. her. (Böcklin wirft Marees etc. vor, dass ihr Theoreti- 
sieren an Bruckmanns römischer Unthätigkeit Schuld sei.) So- 
bald man iihn vor eine positive Arbeit stelle, arbeite er wie 
einer, wie man an der (inzwischen zusammengefallenen) Licht- 
spenderinü) sehe. 
Einfluss? Böcklinianer? Ich sehe keinen und kenne 
keine. Auch die italienische Farbe ist spontan und ganz an- 
Fackeltragende 
Sklavin 
3115 
Tettmayerschem 
Stuck.
        

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