Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463722
TON, FARBE 111 
 
hin keinen Meister zu studieren, resp. ihm auf die Knochen 
zu fühlen, unterliess. Praktisch suchte er sich über das 
„Warum" der Wirkungen klar zu werden oder den Zweck 
gewisser, immer wiederholter kompositioneller Eigentümlich- 
keiten zu erkennen, die ihm bei Schulen auffielen, deren Zweck- 
bewusstsein in diesem seinem Sinne ihm klar geworden war, 
und denen er das Geheimnis ihrer einfachen und grossen Wir- 
kungen abringen wollte. 
S0 hat er farbentechnisch aus allem gelernt, manches selber 
gefunden, das meiste sich selber wieder erworben  aber 
ebensoviel ahnt er zur rechten Stunde, ist eine momentane 
Steigerung oder unerklärte Konzentration seines Gehirns. 
Er erzählt, er habe einmal eine roteBlume an einem 
langen grünen Stengel gemalt und habe plötzlich gesehen, dass 
die Blume zu schwanken anfange. Der Grund für diese 
natürlich unbeabsichtigte Erscheinung lag offenbar in dem Hin- 
undhergezogenwerden des Auges durch danebenstehende, sehr 
verschieden erregende Töne, in dem Verhältnis der Blume zum 
Stengel, in Ruhe und Unruhe der in Frage kommenden Bild- 
stelle etc. Bei einer geringen Änderung verschwand die Er- 
scheinung und war auch trotz aller Versuche nicht wieder zu 
erreichenik). 
„Grün! Grün leuchtet nie", sagt er zu Svertschkoff, 
der auf seinem Bilde, auf welchem nur Grünzeug ist, absolut 
keine Brillanz herausbringen kann und Böcklin seine Not klagt. 
Elementare Sätze: 
Ein Ton wirkt nicht allein, sondern 
seine Nachbarn; es kommt also für seine 
beim Malen allein interessiert, darauf an, 
schaft er steht. 
durch seinen oder 
relative Kraft, die 
in Welcher Gesell- 
 Vergleiche den Aufsatz: „Über autokinetische Empfindungen" von 
Sigm. Exner, in der Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnes- 
organe, Bd. XII, pag. 312-330. A. d. H.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.