Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463679
T011, 
Farbe. 
„Ist mal Ton und Farbe bewusst mein Aus- 
drucksmittel, so muss ich, will ich nicht rein 
dekorativ werden, mit der Palette in diesem 
Sinn bewusst komponieren und modellieren." 
A. Böcklin. 
Böcklin folgt in all seinem Denken und Schaffen selbst- 
verständlich keiner der Ästhetiken, die aus den Irrtümern der 
Renaissance resp. Winckelmanns hervorgewachsen, noch 
heute unsere Gewohnheit beherrschen. Ihm ist die Farbe die 
Natur und das ihm gegebene Pfand, das er auszunutzen hat. 
Seine Kunst ist sinnlich, unmittelbar, nicht abstrakt, gedanken- 
haft, auf Umwegen wirkend. 
Ist die Natur die feinfühligste, unfehlbare Koloristin bis 
ins kaum bemerkbare Detail, warum soll der Mensch  der 
Farbenmensch Maler!  in dieser Richtung stumpfsinnig un- 
ausgebildet bleiben müssen? Weil'er sich, einmal verrannt 
und einseitig künstlerisch geschult, natürlich seine künstlerische 
Theorie zurecht macht, damit er und andere nicht mehr an die 
sauren Trauben zu denken brauchen. 
Wir haben keine anderen Eindrücke von allem Sichtbaren 
als farbige, je nach dem Licht heller oder dunkler, können 
keine anderen haben. Denn das Licht wird uns  zurück- 
geworfen von einer Oberfläche  erst und nur als Farbe sicht- 
bar. Nun ist der Maler wie keiner auf das Sehen angewiesen. 
Wie soll er seine farbigen Eindrücke nun übersetzen? Womit 
malt er denn? Mit Farben dächte ich. Soll er sich da ihrer 
enthalten, sie nicht studieren? Soll er dies sein Hauptaus- 
drucksmittel nicht so weit zu vervollkommnen suchen, als ihm 
nur möglich?
        

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