Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463647
Was 
ist 
Zeichnen? 
„ Komposition", 
wörter. 
„Zeichnen" 
sind 
die 
Hauptschulmeister- 
Komposition! Als ob nicht jeder wirkliche Maler kom- 
poniere, wenn es dem Philister auch nicht sichtbar, bewusst 
wird. Die Schulmeister, die diesen Begriff gepachtet haben 
wollen, verstehen nicht genug von der Malerei und ebenso- 
wenig von der Herkunft ihrer Ästhetik. Sie überlegen nicht, 
dass der Maler nicht bloss seine Linien und Körper symmetrisch 
aufzubauen hat, sondern dass er ebensowohl seine Farben  
und Tonmassen  die auf das Auge verschieden wirken  
gegeneinander und zum Ganzen abwägen muss und dadurch 
komponiert. 
Damit ist es geradeso wie mit dem ewigen Schreien von 
Zeichnen- und Nichtzeichnenkönnen. jene verstehen darunter 
eigentlich nur „Umrisse machen". Von einer Zeichnung implicite, 
wie sie der eigentliche Maler meist allein anwenden kann, von 
einer Formgebung durch die Farbe, begreifen sie nichts, dazu 
können sie nicht genug zeichnen. Oder ist das kein Zeichnen, 
alles das, was man von Form haben will, an seine richtige 
Stelle, in richtige Funktion und wirksamen lebendigen Zusammen- 
hang zu setzen? 
Ist es keine Perspektive, wenn Böcklin, wie gewiss wenig 
andere, dem Raum und der Form durch die Farbe Ausdruck 
zu verleihen weiss? 
Bei Böcklin findet sich freilich nicht die aufdringliche 
Zeichnung jener, die nicht farbig sehen, sondern abstrahieren, 
jener also, die nicht Eindrücke empfangen, und daraus erwachsene 
Vorstellungen aussprechen, sondern Gedanken ausdrücken
        

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