Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463602
Korrektheit 
und 
Fertigmachen. 
Wie manches dem Laien Unentbehrliche kann malerisch 
überflüssig sein! Ich betrachte z. B. eben „Am0r profano e 
sacro" von Tizian und sehe den linken Arm der Nackten 
nicht. Das Bild ist darum nicht ärmer geworden. 
Unkorrektheit und Unfertigkeit hat man Böcklin so oft 
zum Vorwurf gemacht. 
Bei Rubens, Tizian etc. unterwirft man sich dem kunst- 
wissenschaftlichen  mitgebrachten  Urteil. Sogar schon bei 
Herrn von Lenbach, weil er Mode ist und Rembrandt zu 
Vorwand und Entschuldigung hat. Und dann, weil es Porträts 
(nebenbei grosser Leute) sind. Denn dabei sagt wiederum die 
„Wissenschaft" erklärend, dabei kommt es nur auf das Wesent- 
liche, Unterscheidende, auf den Kopf und in ihm hinwieder auf 
die Seele an, die z. B. schon mit Augen und Mund allein fertig 
ausgesprochen sein kann. Wenn aber das so einfach wahr ist 
(und es kann wahr sein, nur bei Herrn von Lenbach nicht, der 
ganz gewiss nicht zur Abwechslung einmal ä la Holbein malen 
würdet), warum gilt das gleiche Gesetz nicht auch für andere 
moderne, für andere auf knappe einheitliche Wirkung mittels 
malerischer Mittel komponierte, d. h. berechnete Bilder? 
Warum soll sich ein Maler, wenn er das Seinige eindring- 
lich und knapp ausgesprochen hat, noch lange mit Details er- 
müden, „die heutzutage jeder leicht lernen kann", und die, 
wenn sie auch nicht notwendig abziehen, doch gewiss nur 
solche Beschauer freuen würden, zu denen der Künstler gewiss 
nicht hat sprechen wollen. Hat er seinen Natureindruck künst- 
Siehe 
den 
Abschnitt "Varia".
        

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