Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463412
82 BÖCKLIN-AUFZEICHNUNGEN UND ENTWÜRFE 
 
Gerade in dieser Gedankenrichtung wäre eine Verwandt- 
schaft zwischen Oberlaender und Böcklin notwendig zu finden. 
Auch letzterer macht mit der klarsten Anschauung, der alles 
umfassenden Vorstellung, mit jedem Mittel und der grössten 
Konzentration auf das hin, sein Phantasiegebilde wahrscheinlich, 
glaubwürdig, naturwahrscheinlich. 
Auch muss ich  pardon, sans comparaison  immer 
bei ihm an die so simple und doch so bewundernswerte Zweck- 
bewusstheit japanischer und chinesischer Naturnach- 
ahmungen denken. Wie haben die Kerle das Wesentliche 
weg und mit wie fast lächerlichen Mitteln stellen sie es wieder 
dar! Etwa einen ganzen Vogel aus drei grossen Federn, etwas 
Spahn und Draht, und der ist viel mehr Vogel als alles, was 
die mühseligste europäische Imitation, die an allem gleichwertig 
klebt und darüber das Leben verliert, zuwege brächte,  wir 
haben ihm gegenüber viel mehr Lebensgefühl als vor mühsam 
ausgestopften. Uns steht die Wissenschaftlichkeit geradezu 
im Wege.
        

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