Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463333
73 BÖCKLlN-AUFZEICHNUNGEN um) ENTWÜRFE 
zu wirken, d. h. seine Anschauung ins eigene beschränkte 
Material zu übersetzen. 
Er zeigte mir das über Figuren und Landschaft Gesagte 
an der „Herodias" und der brennenden Stadt mit den See- 
räubern  Er schnitt ein rundes Loch in ein weisses 
Papier: die bedeutendsten Unterschiede in dem ganz toll ge- 
malten Felsen waren kaum wahrnehmbar, Farben gab es in 
dem Ausschnitt neben dem Weiss eigentlich gar nicht, sondern 
nur unbezeichenbaren Schmutz. „Mit solchen Lumpereien hat 
sich der Landschaftsmaler herumzuschlagen, um seine Wirkung 
zu balgen." Legte man das durchlöcherte Papier auf die Grenze 
von Fleisch und Hemd oder Gewand oder Hintergrund etc. der 
Figur, so waren überall scharf sprechende Gegensätze. 
Von seinen Seeräubern sagt er: "Wenn ich heller würde, 
würde ich das Rätselhafte verlieren, was bei so einem halb 
nächtlichen Vorgang not thut. Auch die nasse Abendluft brächte 
ich nicht heraus, die über allem liegt." 
Anschliessend an Viollet-le-Duc") VII. 93, könnte man 
bei Böcklins Meerbildern auch sagen: Neben solchem Blau, 
gehoben durch diese polierten Goldrahmen, ist keine Farbe 
brillant oder intensiv (d. h. rein) genug.  
Er wagt alles, jedesmal. So einen Wirbelwind wie auf 
seinem „Tod auf der Brandstätte" (1870)?) hat noch kein Mensch 
gemacht. Ja, die andern, die schimpfen, die malen in ihrer 
Gedankenfaulheit eine Mittagsstimmung  und darin sitzt eine 
Kuh und schaut die andre an, und damit ist das Bild für den 
Goldrahmen reif. 
14 a: Ik 
„Ruggiero"'l"i')  ich wette darauf, dass Böcklin noch heute 
 Autotypie in der "Kunst für Alle", IX, 2. A. d. I-I. 
 Viollet-Ie-Duc: ,.Dictionnaire raisonne de PArChIteCture frangaise du 
XI. au XVI. siecle." A. d. I-I. 
1-) Böcklinwerk I, 32. („Der Ritt des Todesf") A. d. H. 
i?) Böcklinwerk III, 24. („Ruggiero befreit Angelika aus den Klauen des 
Drachen") A. d. I-I.
        

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