Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zehn Jahre mit Böcklin
Person:
Floerke, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461827
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1463297
76 BÖCKLIN-AUFZEICHNUNGEN UND ENTWÜRFE 
Schulmeister würde man nicht wie einen in die Leier greifen- 
den oder gar eidechsentötenden Apoll darstellen. 
Anregungen aus Lektüre der Alten  ja. Aber nur für 
die innere Anschauung. Und nur Anregung. Denn die Ge- 
lehrsamkeit hat kein Recht an ihm. Sein Meervolk ist von 
jeder Bedeutsamkeit frei, lebt aus sich selbst  gehört ihm 
resp. seinem Element. Böcklin liest, ja,  aber als ein Sehen- 
der, als Maler. Aus ähnlichen Gründen greift er zum Märchen. 
„Wie mir diese Vertikale gut thut, glauben Sie gar nicht", 
sagt er, als ich über die Inschrifttafel auf seinem Lebensbildf) 
wie über einen Abreisskalender spotte. Nebenbei, es steht 
drauf: 
"Die Jugend ist ein Morgen 
Voll Licht und ohne Sorgen, 
jedoch sie hält nicht an. 
Das Kind wird Weib, wird Mann. 
Es folgt ein rastlos Streben 
Nach höherm Glück im Leben, 
Bald Freude und bald Not, 
Zuletzt der süsse Tod." 
„Tritonen, Meermenschen mit dem Seehund."""') 
Lauter kluge, bewusste Gegenbewegungen in diesen Geschöpfen, 
die da zu einem Bilde zusammenstehen. 
„Der Seehund  oh, der wird ganz schön apfelartig. Ich 
habe mal als Schuljunge so einen Tornister gehabt, der steht 
mir ganz vergnügt und lebendig vor Augen." 
„Wenn ich das Wasser male, dan.n kommt mir allerlei, 
so Spielereien, von denen ich nicht mehr weiss, wann ich sie 
gesehen habe, die mir aber geblieben sind." 
 Von 1887; jedenfalls „Vita Somnium Breve", das dann 1888 seine 
heutige Redaktion erfahren hätte. Museum zu Basel. Böcklinwerk I, 7. A. d. H. 
 Böcklinwerk III, 12 („Meeresidylle" 1887). A. d. H.
        

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