Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461432
nem trunkenen Auge aufgethan, wenn er als einsamer 
Wanderer durch Gegenden zog, in die nie ein Fremder 
kommt,  der Begriff von Zeit und Raum hat sich ihm 
merkwürdig in dieser weltversunkenen Stimmung ver- 
wischt,   das düstere Geheimnis etrurischer Kultur,  
die in aller lichten Farbe so schwermütige Elegie ver- 
fallener Antike in Pompeji und Paestum, um den Busen 
von Neapel und Salerno,  die tiefernste Strenge und 
leidensvolle Grösse des Florentiner Stils,  das mächtige, 
prophetische Empfinden des robusten germanischen 
Schweizers sind so miteinander bei ihm verwachsen, dass 
man das einzelne Element nur sehr schwer scheiden kann. 
So viele kleine Iuwele er auch noch schafft: er ist jetzt 
über die fünfziger Jahre hinaus und fühlt den Drang, in 
grossen und einfachen YVorten das Letzte und Gewich- 
tigste in dem auszusprechen, was seine Sache gewesen 
war.  Die Welt draussen aber, die so lange spröde 
und verständnislos diesem einsamen Künstler gegenüber 
stand und seine spärlichen Anhänger und Bewunderer 
verlachte, beugt ihren starren Nacken in diesem Jahrzehnt 
endlich vor der Gewalt des Genies in seiner fremdartigen 
Malerei     
    Grosse Kunstwerke sind so wenig Zufallsgabe 
als grosse Künstlerschaft; sie sind die Summe vieler Ein- 
drücke, innerer Erlebnisse, starker Energie; sie wurzeln 
weit zurück und tief im Leben des Schöpfers. Auch 
in Böcklins grösstem Werk,  das als die bedeutendste 
Landschaft der Gegenwart gilt,  laufen alle die Fäden 
zusammen, die wir seit YVeimar im Einzelnen verfolgten. 
Abstammung, Entwickelung, Eindrücke, Energie,  Alles
        

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