Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461388
Lösung,  und das u. A. auch in der toten Christus- 
figur, in der Böcklin nächst Michelagniolo und Rembrandt 
vielleicht am besten das Aufhören des Centralvvillens im 
Leichnam getroffen hat,  als Malerei eine sehr 
bedeutende Leistung, hat dies Werk wie alle gleich- 
artigen Böcklins dieselbe verneinende Eigenschaft: es ist 
in seinem Pathos nicht christlich empfunden. Fehlt 
diesem antiken Spiitling dazu doch viel zu sehr die 
schlichte wchristliches Seeleneinfalt, ja der Sinn für Er- 
regungen, welche sich unauffällig als Gedanken- oder 
Empfindungsprozesse um einen Einzelgott drehen; ihm 
sitzt der "Polytheismus tief in Fleisch und Blut. Darum 
gelingen ihm blosse Existenzmalereien religiösen Charakters 
wie der wbetcnde Einsiedler-r (1878) so viel besser, 
als grosse Stücke mit bedeutsamem Inhalt. 
Wieviel sicherer und mächtiger dagegen ist sein 
Schritt, wo er ein religiös-antikes Thema behandelt,  
wie echt wirkt er da und erschöpfend in der Darstellung 
ethischer Empfindungen und Vorstellungen! Er ist sich 
dessen in seinem Kiimmerlein anscheinend bewusst ge- 
wesen; das Bedürfnis, sich Rechenschaft abzulegen, ist 
vielleicht der erste Keim der beiden folgenden Schöpf- 
ungen. Die Eine sind die vielgenannten wGefilde 
der Seligens (1878),  ein grosses, im Gewicht der 
Teile nicht ganz glückliches Bild, das nach einer Aus- 
deutung von Guido I-Iauck vermutlich aus einer Stelle 
von Faust II. angeregt ist und alsdann die Überschreitung 
des Peneios durch den weisen Kentauern Chiron und 
Helena zum Vorwurf hätte. Über tiefblaues Gewässer 
mit dünnhalsigen Singschwänen darauf tragt der braune
        

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