Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461379
doch die Mache noch immer und hebt einen harmlosen 
Vorwurf oft zu den Höhen einer innerlich monumentalen 
Kunst. Man muss vdie von Faunen belauschte 
schlafende DianaK (1877) hierher rechnen; sie gehört 
als Bild zu den schönsten Böckliniana. Wie hätte ein 
Anderer Derartiges behandelt und was hat Böcklin Voll- 
kommenes in seiner Art daraus gemacht! Mit der 
naiven Freude der alten Niederländer und Deutschen 
an reinen Lokalfarben ist hier das Eigenste und 
Schönste darin von allen Paletten der Kunstgeschichte 
anscheinend zusalnniengebracht und im zartesten Schmelz 
verbunden. Ein reizendes Bouquet von kostbaren Tönen 
ist die Tafel in der That und doch so bestimmt in den 
Formen, so anrnutvoll in der humoristischen Auffassung 
des Gegenstands! In prächtiger Berglandschaft ruht da 
schlafend die von der Jagd ermudete Diana; ein gelbes 
Jagdgewand, ein herabgeglittener blauer Mantel, tiefrote 
Schuh umhüllen die Göttin, deren Inkarnat im lieb- 
reizenden brünetten Gesicht die rosige Färbung blühender 
Jugend zeigt. Über die am Fels Schlafende hinweg 
schaut man ins sonnige Land mit der durchsichtigen 
Luft des Südens. Zwei prächtige braune alte Faune, die 
am Stein hinaufgeklettert sind, bringen Leben in das 
Idyll. Der Strohblonde dabei regt sich ersichtlich an 
dem Anblick auf,  der Zweite umklammert ihn angst- 
lich, denn er weiss, dass ein Belauschen der jungfraulichen 
Göttin Verderben bringt.  
Von I877f78 arbeitet der Künstler an seinem umfang- 
reichsten religiösen Gemalde; ßßDie Kreuzabnahmes. 
Grossartig gedacht und in vielen Teilen eine packende
        

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