Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461195
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provinzial, und hat dabei doch eine so grüblerische 
Seite und eine so grundgermanische Herzhaftigkeit, dass 
      ich habe oft vor Bildern dieser Art an 
die blauen Leuchtaugen eines alten ostgotischen Urwald- 
weisen denken müssen, die diese antike Welt unver- 
standen einst aufnahmen und dann in trunkener Er- 
innerung an all das Fremdartige daheim auHeuchteten, 
wenn lallende Worte im Urwaldzickzack und mit edda- 
hafter Unbestimmtheit des Ausdrucks die schwer fass- 
baren Eindrücke von der südlichen Welt zu schildern 
suchten. Der Baseler Böcklin und deutsche Sprössling 
altrömischen Provinzbodens hat in seinem seelenvollen 
Gefühlsverhiiltnis zur Antike, in seinem Pantheismus, 
in seinem Nichtfassenkönnen und Nichtfassenwolleil der 
reinen antiken Formenwelt überraschende Ähnlichkeit 
mit s0lch' einem alten Barden, in dessen rhythmischen 
Harfen- und Singe-Spiel die geschauten Wunder aus 
echter Empfindung für den Kern jener lxVelt und Hilf- 
losigkeit dem antiken Ausdruck gegenüber zu einem 
fremdartigen Leben erwachen.    
Dieser dritte Stil, zu dem der vierte lediglich Aus- 
bau wird, beginnt etwa 1872 und ist aus mehr inneren 
Gründen mit 1880 abzugrenzen. Die ersten blauen 
Werke erscheinen, aber daneben auch noch Anklänge 
an die 60er Jahre, was für die Beweglichkeit dieses 
heissen Temperaments bezeichnend ist. Im Allgemeinen 
werden die Formen plastischer und das Raumgefühl 
stärker. Die Fruchtbarkeit steigert sich so zusehends 
als die Vielartigkcit. In Versuchen und Anklängen
        

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