Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461097
milde gegenüber dieser kühnen Disharmonie Wirkt hin- 
gegen die tonschöne vDrachenschluchtr (1870) mit 
ihren bangen Schauern des Hochgebirgs, die in einem 
langhalsig aus der Höhle nach Fliehenden züngelnden 
Drachen verkörpert sind.  Eine Gewitterphantasie 
allegorisiert schliesslich die Qual des belasteten Gewissens 
in jener nicht Weniger meisterhaften Darstellung vdes 
von den Furien verfolgten Mörderss (1870). 
In bunten Gewändern und halbnackt sieht man hier als 
wahrhaft grauenvolle Eingebungen die drei fürchterlichen 
Racheweiber am Grabensteg zivischen Mauerrest und 
Sumpfrohr in höchster Spannung auf den reiehgekleideten 
Mörder lauern, der sich eben von seinem Opfer mit 
einem hassgesiittigten Blick erhebt; ein brütender Ge- 
Witterhimmel lastet dazu unheilschwanger über der wilden 
Örtlichkeit,  gleich wird sich der erste Blitz entladen. 
Die Baseler Zeit wird schliesslich auch interessant 
durch das erste bildhauerische Werk des Künstlers. Er 
schuf,  teils selbst hauend, teils in fremder Ausführung 
nach seinem Modell,  für die Gartenfassade des Künstler- 
hauses vFratzenr als Fensterbogen-Sehlusssteine,  
verzerrte, unglaublich lächerlich wirkende Gesichter 
älterer Männer, in denen hässliche Leidenschaften ge- 
schildert sind. Es sind kongeniale Genossen jener von 
Lionardo und dann der oberdeutschen Schule her be- 
kannten Teufelskarrikaturen,  nur hier gegenstand- 
licher und voll pikanten Reizes durch die Legende, dass 
Böcklin in boshafter Satire damit gewisse Ratsmitglieder 
von Basel vverherrlichta habe. Hier geht man an- 
scheinend auf der Spur jener bitteren Weltfeindlichkeit,
        

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