Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460998
in seiner Arbeitsweise so ganz, dass er nie vor der 
Natur oder nach treuen Studien arbeitet. Er wandert,  
wandert,  wandert,    er lauscht auf die Fest- 
tagslaunen der Natur und ihre grossen Stimmungen der 
Lust wie der Trauer,  er triiumt von ihr und flüstert 
mit ihr so lange, bis er ihr die Besonderheit ihres XlVesens 
abgefragt hat. Es kommt ihm auf ihren Gemütszustand 
allein an, den er allerdings mit dem gedächtnissichersten 
Auge der Gegenwart in den Hauptgesichtszügen festzu- 
halten weiss.  Für dieses Ablauschen aber bringt er 
als eigenen Gradmesser sein Heimaterbe mit. Sein Heimat- 
erbe ist jedoch nicht bloss das germanische Gemüt mit 
seinem ewigen Heimweh und seiner liebevollen Versen- 
kung in stille Erdenwinkel,   es ist auch der Kirch- 
hofsduft der römischen Grenzprovinz am Rheinknie. Die 
Eindrücke einsamer Jugendtage hat er 18 Wander- und 
XVerdejahre still mit sich herumgetragen; ihm blieb das 
eigentliche Wesen dieser merkwürdig blinkenden Ver- 
gangenheitsftiden vielleicht selbst unerkannt; in Pompeji 
und vor den melancholischen Resten der altrömischen 
Provinz bricht plötzlich die Heimaterinnerung mit Riesen- 
kraft heraus und das Verwandte verbindet sich mit dem 
Verwandten: nur so ist es zu erklären, dass die antike 
Niedergangsstimmungssphiire in den kommenden Bildern 
wunderbar echt und grossartig getroffen ist, ohne 
dass das archaeologische Beiwerk, ohne welches man 
heute Derartiges nicht darstellen zu können glaubt, irgend 
welche Bedeutung hat. Fehlt es doch auf den grössten 
Würfen späterhin überhaupt ganz. 
Nur so konnte die wVilla am Meers (1864) Zu 
Meissner, Arnold Böcklin. 4
        

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