Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460970
Andere Bilder verwandter Art entstehen bereits 
wieder in Rom. Auf dem vGang nach Emmausr von 
1863 ist der eigentliche Vorwurf eine diimmerige Land- 
schaft mit einem belichteten Flecken auf der Höhe,  
die drei Pilger nahe dem Brunnen im Vordergrund treten 
nicht sehr hervor, aber sie geben die genauere und leicht 
durchsichtige Tonart für die biblische Festabendstimmung 
an, die wie verhalltes Glockenläuten über dem Ganzen 
hängt.  Ebenso der wAnachoreta. Ein zerklüfteter 
Felsabhang in wilder Schlucht, knorrige Büsche, ein 
Holzkreuz auf schmalem Vorsprung, krächzende Raben- 
schwiirme werden vor einem geistvollen Poetcnauge zum 
Spiegel für den im Grunde so dornigen und qualvollen 
Daseinsweg der höhergearteten Menschennatur. Was 
kann da Anderes hinein als ein halbentkleideter greiser 
Büsser, der sich unbarmherzig geisselt, um die letzten 
Freudenspuren der Greisenseclenruhe durch Askese zu 
ertöten?    
   Schon diese letzten Bilder gehören dem 
Entstehungsort nach Weimar nicht mehr an. Die Zigeuner- 
unrast regt sich. Der Feuerkopf fühlt sich auf die Dauer 
im Gegensatz zur stillen Anmut der thüringischen Haupt- 
stadt und ihrer lieblichen Auen weitum,  im Gegensatz 
auch zur Ausgeglichenheit seiner künstlerischen Genossen. 
Ihm brennt auch wohl die neue Eroberung seiner Kunst 
tief in der Seele, und sie drängt ihn nach Ausreifung in 
jenem Lande, wohin ihn jede Unterhaltung mit der ge- 
liebten Frau durch den Wohllaut der italienischen Sprache 
weist. Gewinnt doch jedes persönliche Erlebnis dazu 
auf dem Boden von Rom Hintergründe und Durchblicke,
        

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