Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460807
Freiheit und Kühnheit seines Pinselstrichs namentlich in 
den 60er Jahren, aber auch weiterhin, schreibt sich von 
dem virtuosen Eindruck der durchtriebenen französischen 
Kunst jener Tage her,  dazu aber gesellen sich er- 
schütternde Eindrücke für den Menschen. Er kommt in 
die politischen Stürme der 48l49er Jahre hinein und 
kriegt die ärgsten Griiuel zu Gesicht; er wird einmal sogar 
wider YViHen in einen Barrikadenkampf hineingerissen; 
unter seinen Fenstern werden gefasste Rebellen erschossen, 
 vor den entsetzten jungen Augen spielen sich erschüt- 
ternde Trauerspielakte von der losgelassenen Menschen- 
bestie ab. Dazu bricht das Unglück von Aussen grausam 
über ihn herein; das reiche väterliche Haus wird wie so 
Viele Handelsgeschäfte wiihrend jener politischen Wirren 
in Europa bankerott; der verwöhnte Sprössling steht 
gegenüber dem Nichts und muss in verzweifelter Not 
sein Leben von Almosen für anatomische Illustrationen 
fristen. Paris bringt ihm das gleiche Elend, wie 7 Jahre 
später Richard Wagner. 
1849 kann sich Böcklin an der Seine nicht mehr 
halten; er geht nach Basel zurück und genügt dort seiner 
Militiirpfiicht. Dann aber macht für einen Augenblick 
ein günstiger Wind sein Lebensschitf Hott und treibt es 
I 8 50 nach Rom. Seine künstlerischen Kinderjahre schliessen 
hier ab     in die nichtssagenden Bildnisumrisse der 
ersten Jugend mischen sich allmähliche duftige Farben 
   man fangt sacht an, einen Vierdimensionalen in 
ihm zu wittern    wohin es gehen würde mit ihm, 
weiss man indessen noch nicht! 
        

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