Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460749
Um die Kunst wie die Person von Arnold Böcklin 
hat von jeher, seit man Beide kennt, ein geheimnisvoller 
Nimbus geschwebt; seine Kunst war zu eigenartig, um 
nicht eine starke Neugier nach seiner Person hervorzu- 
rufen,  er wusste sich dabei so dauerhaft vor der 
Öffentlichkeit zu verbergen und gab so wenig Anlass 
zu Gerüchten über seine Person, dass etwas ganz Ge- 
heimnissvolles mit ihm war. Ich habe seit Beginn der 
80er Jahre, da ich zuerst Werke von ihm sah, bis heute 
noch nicht die kleinste Niedertriichtigkeit ihm nachreden 
hören,  und das Will in den heutigen Kunstkreisen wirk- 
lich etwas besagen. Aber man hat sich trotzdem sehr viel 
mit ihm beschäftigt,  es giebt eine ganze Legenden- 
bildung über ihn und Viel Irrtümer, die aufzuklären und 
zu zerstören Jahrzehnte erfordern wird,  sein Nimbus 
und seine beharrliche Schweigsamkeit haben phantasie- 
volle Köpfe eben ausdauernd in Schwung erhalten. 
Diese Zurückhaltung des Künstlers ist um so be- 
dauerlicher, als Böcklin litterarisch bei seinem hohen 
Bildungsstande wahrscheinlich Vieles und Bedeutendes 
zu sagen hätte. NVir sind in der deutschen Litteratur 
ohnehin trotz Richter und Feuerbach arm an Künstler- 
bekenntnissen; die deutsche Sprache ist noch nicht so 
ausgeschliffen wie die französische z. B.,  sie ermög- 
licht heute noch nicht ohne NVeiteres einem Nicht- 
studierten die eigene Lebensbeschreibung in anziehender 
und ernster Form; das ist vielleicht die Ursache für die 
Scheu unserer Künstler vor der litterarischen Äusserung, 
aber auch für die Ungeschicklichkeit, mit der sie, wo 
es einmal geschieht, sofort zu posieren und zu schau-
        

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