Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460649
Volksphantasie zum NVohnsitz eines Naturgeistes, eines noch 
deutlich erkennbaren Weissalben- oder Schwarzalben- 
Abkömmlings gemacht hat,  und wenn der bluts- 
reine Deutsche  im Gegensatz zu jedem anderen 
modernen Volk!  die Natur nur in dieser vergeistigten 
und individualisierten Gestalt aufzunehmen vermag  
   so liegt hier die Lösung der rätselhaften Er- 
scheinung; warum die germanische Welt so aufnahme- 
willig für die Antike allzeit war,  NVinckelmann so 
mächtig wirken konnte,  so zäh die besten Geister 
am Antiken seitdem trotz einer erwachenden nationalen 
Gegenströmung halten und sich verbluten mussten,  
Warum endlich in einer modernen Germanenseele der antik- 
romantische Naturmythos eine so seltsam prächtige und 
das antike Problem fast erschöpfende Neublüte erwecken 
konnte,  wie im Werk von Arnold Böcklin.   
Die Renaissance, die italienische Tochter auch 
einer Wiedergeburt des Hellenismus und einer Ver- 
quiclzung desselben mit dem Christentum, ist das andere 
grosse Kulturproblem. Auch dieses war dem Germanen- 
tum verhiingnissvoll, denn es verdrängte im Mittelalter- 
ausgang die, wenn auch nicht ursprünglich, so doch in 
ihrem Ausbau deutsch-nationale Stilweise der Gothik. 
Der Einfluss der Renaissance auf uns beruht nicht so 
wie de!" der Antike auf Wahlverwandschaft,  er ist 
mehr äusserlicher Natur,  er war von Politik, Gipfelung 
des gemeinsamen Christentums in Rom, schliesslich von 
dem ungeheuren Aufwand an Genie und geistiger Macht 
ibedingt, mit dem Italien im Quattrocento und Cinque-
        

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