Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460583
Einfachheit und Strenge eines Carstens bis zu der Sopho- 
kleischen Lieblichkeit des Weimaraner Einsiedlers Genelli. 
 von dem Farbenpoeten Preller bis zu dem malerisch 
durchtriebenen Gastmahlpathos Feuerbachs; mit der 
Sicherheit organisch Wachsender Natur ist der bleiche 
Reliefschemen von einst mit seiner Gipsabgussantike 
Jahresring um Jahresring zu einem mächtigen Baum mit 
glutvollen Früchten aufgegangen. Und damit ist die 
Frage, die einst in stiller Gelehrtenklause beim Dienst 
philologischer Wissenschaft gestellt ward, ein modernes 
Kunstproblem geworden, auf welches die Gegenwart im 
Werk eines der grössten Zeitgenossen eine dröhnende 
Antwort gab.   
Woher dieser unwiderstehliche Zauber der helleni- 
schen Antike, der selbst in der römischen Vertrübung 
viele Jahrhunderte lang wirksam blieb, auf die Epi- 
gonen und im Besonderen auf die so ganz andersartige 
germanische Welt,   woher diese seltsame Fähigkeit 
gerade des Deutschen, das Eigenste einer längst toten, 
blutsfremden, räumlich weit entfernten Kultur zu er- 
gründen und allen anderen Völkern voraus zu einem 
Leben voll rosigen Nachglanzes zu erwecken?    
Als Goethe an der Schwelle verzopfter und eng einge- 
Schnürter Vergangenheit das kritische Wort von der 
naiven Einfalt und schlichten Erhabenheit der Antike 
aussprach, ahnte dieser grosse Beobachter in seinem 
Urteil sehr wahrscheinlich das Schlagwort für eine neue, 
nach Menschsein sehnsüchtige Zeit. Ihm haben wohl 
kommende Gedanken vorgeschwebt, für die Phidias, 
Praxiteles, die melischc Aphrodite nur mehr letzte be-
        

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