Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461721
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Spalten der Fach- und Tagespresse vermochte sie nicht 
dauernd zu widerstehen. 
Wo eine WVelt von Widerstand überwunden ward, 
tosende Begeisterung litterariseher jugendkraft sich nicht 
ersticken liess und ein wirkliches Ergebnis der Populari- 
sierung vorliegt, da darf der Künstler und seine engere 
Gemeinde die Kritik der Geschichte gelassen erwarten. 
Die Böeklin-Verehrung wird in künftigen Tagen vor 
anderen Zukunftserscheinungen an Leidenschaft verlieren, 
 die Böeklin-Bewertung muss bleiben, 0b unser jahr- 
hundert gleich dem Quattrocento ein Aufweg zu noch 
grösserer Blüte sein wird,  0b es einen Gipfel gleich 
dem Cinquecento schon erklommen hat. In beiden Fallen 
würde ohne Böeklin eine Lücke vorhanden sein.   
Reindeutsch in allen Rasseeigenschaften seines Genies 
wie nur einer der Grossen unserer Vergangenheit  hat er 
seinen Kunststil vollkommen im Rahmen einer geschicht- 
lichen deutschen Überlieferung, die wir eingangs betrachte- 
ten, aufgebaut. Nichts fast ist Zufall bei ihm,  Alles 
nahezu ein Gesetz, dessen Anfange um mehr als ein 
Jahrtausend zurückliegen. Sicher und unwiderstehlich 
treibt ihn der Künstlerinstinkt auf die von Winckelmann 
begonnene Bahn einer Neugeburt der Antike,  was 
Carstens, Genelli, Preller, Feuerbach angelegt und weiter- 
geführt,  das gipfelt bei ihm. Goethes tiefsinnige Absicht, 
als er in seiner Tragödie zweitem Teil Faust mit Helena, 
 den deutschen Genius mit dem hellenisehen,  ver- 
mählte, schwebt ihm als Wegweiser wie die feurige 
Wolke mit dem Herrn vor Israel in Meer und YVüste 
voran: aus der Verschmelzung vom Germanischen mit
        

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