Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461684
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Architekt, zwei Nlaler, eine Tochter ist an den Bild- 
hauer Bruckmann verheiratet, die andere lebt in Bukarest, 
der letzte Sohn als Zahnarzt in Florenz.  Was ihm in 
harter Jugend und mühseligen Mannesjahren versagt war, 
das hat ihm das Alter reichlich bescheert: Vermögen, 
XVeltruhm, Auszeichnungen aller -Art, einen ehrenvollen 
Ruhesitz. Er ist Züricher Doktor, Münchener Ehren- 
professor, er hat Orden und Medaillen,  er ist gefeiert 
überall. 
 Als man im NVinter 1897 seinen yosten Geburgstag 
mit Banketten, Festreden, Diplomen und Telegrammen 
als ein vaterliindisches Ereignis überall beging, da flatterte 
eine schlichte Photographie über die Alpen nach Deutsch- 
land, die dem Kenner aller seiner Bildnisse einen selt- 
samen Anblick gewährt. Einen ergreifenden zugleich. 
Kaum ist noch ein Zusammenhang mit dem letzten 
Selbstbildnis von 1893 da". Alles Starke, Trotzige, das 
schier drohende Selbstgefühl der Kampf- und Kraft-Natur 
ist nahezu heraus. Der phantastische Träurnerzug, den Len- 
bach einst vor vielen Jahren in seine Augen gelegt, ist in 
einer {einen Wandlung Wieder sichtbar,  schweigsame 
Welterkenntnis, tiefinnerer Verzicht schauen in grossen 
verlorenen Augen aus "einem wahrhaft ehrwürdigen 
Greisenantlitz; aus dem Antlitz eines Priesters, der ein 
Leben .lang lauter und heilig nur der Kunst, in keiner 
Stunde aber ihr fremden Interessen gedient hat. Und 
das istder keusche Adel in diesem Antlitz und in dieser 
ganzen Künstlernatur, die damit ruhig vor die Kritik der 
Geschichte treten kann!  
        

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