Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461668
IIO 
frieden im Vordergrunde stehen. Es ist gewiss eine be- 
deutende Eingebung voll Eigenart, aber sie blieb im 
NVollen hängen; möglichenfalls ist auch gewissen Eigen- 
tümlichkeiten nach bei der letzten Ausführung dieses 
wie auch von einigen anderen neueren Bildern der ältere 
Malersohn Böcklins beteiligt? i-  
Die apokalyptischen Reiter!     Er soll sie in 
einer abermals neuen und noch bedeutenderen Auffassung 
auf der Staffelei haben.    YVenn die Tage sich 
neigen, wendet das müde Menschenauge sich sehnsüchtig 
den letzten grossen Problemen zu,     welch) ein er- 
greifender Anblick ist es doch, diesen bethörenden 
Zauberer jetzt die Paradiesesträume von vier Jahrzehnten 
fast über Nacht vergessen und seine Farbenharfe demütig 
und leise in den erhabensten Vorstellungen des christ- 
lichen Glaubens verklingen zu sehnl.     
Ihm musste viel Leid beschieden sein, ehe er vom 
Ruhehafen des Alters aus seine Gedanken einer Ideenwelt 
zuwandte, die ihm etwas Fremdes geblieben war trotz 
manches schönen Werks darin. Es hing mit der Unrast 
zusammen, die vom ruhlosen Schweifen der Phantasie 
durch alle Fernen auch auf Böcklins wandernden Erden- 
leib überging: ein schwerer Schlaganfall wirft ihn 1890 
auf ein langes Siechenlager. Die im Bildnis und als 
Figur in seinen grossen Bildern so oft von ihm ver- 
herrlichte Gattin bestimmt ihn, die heilsamen Seebäder 
von Carrara zu gebrauchen. Er lebt von 1892 bis 1895 
in der Marmorbruch-Stadt, und seine zweite Heimat dankt 
ihm seine treue Liebe und Anhänglichkeit durch eine fast 
völlige Genesung, Sie lässt ihn auch nicht mehr los.
        

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