Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461657
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darin,  das Selbstvertrauen eines Riesen, den ein rul1- 
loses, reiches, jäh bewegtes Leben seelisch nicht mürbe 
gekriegt hat,  aber auch noch eine Spannkraft, die 
an den spröderen Pulsschlag hoher Jahre nicht glauben 
mag. Ein aufrechter Mann, der er immer gewesen ist, 
steht er hier straff an der Staffelei, grauhaarig, voll- 
bärtig, in seidegefütterter violetter Jacke, bunter Kravatte, 
grauen, gross und blau karrierten Beinkleidern,  die 
scharfen Augen blicken kraftvoll aus dem nun rundge- 
wordenen Gesicht in den  unsichtbaren  Spiegel, 
der ihm für sein Conterfei dienen muss. Die rechte 
Hand hält den Pinsel,  eine derbe, zupaekende Hand voll 
Sicherheit. Die grellen, aber nicht unharmonischen 
Farbengäinge des Bildes sind die seiner AllICfSWCfkC.  
Das originell erdachte Triptychon der wMarien- 
Sageä (1890),  der bunte v Gang zum Bakchos- 
Tgnqpela (1890),  ßHerodias Tochters (1891), 
 die humorvolle wFischpredigt des H. Antonius (4 
(1892),  der vCimbernkampfK (1892) bilden die 
erste Reihe der Alterswerke und entstanden meist noch 
in Zürich. In Italien nach langer Krankheit entstehen 
der vDianazuge (1894),  die geistreich ersonnene 
und sorgsam durchgeführte vVenus Genitrixr (1895), 
 der drollige wPolyphemK (1896) und seine neueste 
grosse Eingebung vom wKriegr (1896), in dessen Auf- 
bau man die Löwentatze noch recht kräftig spürt. Da 
sausen die in der Weise des Dürerischen Holzschnitts 
erdachten vier apokalyptischen Reiter über eine italienische 
Stadt hin, in der die Kriegsgräuel von Brand, Verwüstung, 
Kampf im starken Gegensatz zu dem Vorstadt-Garten-
        

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