Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461562
IOO 
Nase, den glotzenden gelben Augen und den Schilf- 
halrnen über dem kahlen Schädel eine spassige Aus- 
geburt kaustischen Witzes ist. Boshafte Lästerzungen 
in Berlin W. behaupten, dass es eine Karrikatur mit 
einem bestimmten Ziel sei,  etwa in der Art der 
Baseler Fratzen. Eine Böcklin nahestehende Persönlich- 
keit stritt es auf meine Frage bestimmt ab, weshalb ich 
mich mit der Erwähnung der Gerüchtsthatsache begnüge. 
 Ein Zeichen aber ist dies Werk sicher dafür, wie 
fröhlich es mit dem hereinbrechenden Lebensabend in 
der Künstlerseele aussieht,  wie sehr sie zu Scherz 
und Kurzweil aufgelegt ist. Bestätigt sich doch auch 
dieser echt germanische Zug in den Heimatjahren 
noch anderweit. Denn aus diesem wundersam bewegten, 
ausdruckwechselnden, wurfgewaltigen Schaffen hebt sich 
jetzt mehr seine Grundgabe der Charakteristik, seine 
Waldphantastik, seine Gemütstiefe hervor,  er giebt 
hiervon Kleinodien heraus, die er lange bei sich behalten 
und deren Vorhandensein in solcher Köstlichkeit sich 
nur vereinzelt verriet. 
vvDas Schweigen im Waldes (1885) ist eines 
davon und auch sonst eine seiner glücklichsten Allegorieen. 
Durch die NValddämmerung zwischen dichten Stämmen 
und hängendem Laub, das nur ein paar Streifen 
dunkelnden Himmels sichtbar werden lässt, und über 
rötlichen Boden mit Zweigen, Muscheln und Tannenzapfen 
schreitet langsam ein glotziiugiges Tier, das mit seinem 
braun und weiss gedeckten Fell, dem Horn auf der Stirn 
und dem bleckenden Maul halb Ziege halb Rind ist. 
Regungslos auf ihm und mit unheimlichen Augen vor
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.