Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461549
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sind, umgeben ihn hier mit jener tempelhaften Feier- 
lichkeit, die aus den grossen Werken dieser Jahre un- 
verkennbar wiederstrahlt. Er weiss aber trotzdem ausserhalb 
der Arbeitsstätte die Freuden des Lebens zu geniessen. 
Er wird froher und ausgelassener,  die düsteren Stim- 
mungen werden seltener, klingen nur vorübergleitend 
einmal an, sind aber nicht mehr tief und andauernd 
genug, um noch eine monumentale Elegie in der Art 
der vToteninselr und des wPrometheusr zu Stande zu 
bringen; denn selbst in dem Drama des wBurgbrandsr ist 
eine resignierte Lichtheit, eine anteillose Grösse der Be- 
trachtung wahrnehmbar, die Böcklin so schon in der 
letzten Strophe des oben angeführten Gedichtes ausge- 
sprochen hat.  
Wir besitzen ein charakteristisches Bildnis von ihm 
aus dem von ruhiger Sonnigkeit erwärmten ersten Jahre, 
 das schönste unter seinen wSelbstbildnissenr (1885). 
Es wäre Holbeins würdig. Die starke, behäbig ge- 
wordene Figur mit angegrautem kurzem Haupthaar und 
kurzem Schnurrbart steht aufrecht und selbstbewusst, 
ja ein wenig herausfordernd vor einer schrägen farbigen 
Wand und hält ein Weinglas in der Hand. Der feste 
klare Blick ist merkwürdig frei von Phantastik und 
Träumerei,  seine Innenwelt ist ja ausgereift und liegt 
offen wie ein sonniges Gefilde vor ihm,  es bedarf 
des Suchens nicht mehr.   So mag er beim frohen 
Dionysosdienst, unter dessen Zeichen er in Ehren grau 
ward, seinem liebsten Freunde, dem genialen Seelendeuter 
und nebenamtlichen Staatsschreiber von Zürich, dem 
schnurrig-schrullenhaften, gelegentlich auch saugroben
        

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