Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461500
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Böcklin die erschütternde Echtheit und Natürlichkeit; 
diese seine lfrgeschöpfe wissen nie, dass sie eigentlich 
naturwissenschaftliche Kuriositiiten sind; der wahre 
KVert der Antike, der sie angehören,  die Schönheit 
der Aphrodite von Melos,  die Grundsätze römischer 
"Kaiserzeit-Politik sind ihnen genau so überspannte 
Verrüektheiten wie einem heutigen Kossäthen im schönen 
Kartotfellande Kassubien.  Da schwimmt prustend und 
stöhnend in Wilder Hast ein dickbäuchiger alter Seeken- 
taur mit bronzefarbenem Trinkerleib und buntgeflecktem 
Pferdekörper heran, um eine hübsche Nymphe, die ihm 
eben durch Untertauchen entwischt, zu mannlichem 
Kurzweil zu erhaschen. Den ungefügen Trottel auslachend 
liisst sich eine Andere bei Seite auf dem Rücken treiben, 
 sie würde gegebenen Falls nicht so spröde sein; 
sie ist nicht mehr ganz, jung und hat Verständnis für 
die harmlose Glut alternder Herren. Angstvoll da- 
gegen schwimmt irn Nlordergrunde eine blutjunge, blau- 
äugige und lilienweisse Schöne davon, welche unter be- 
ruhigendem Lächeln ein blondhaariger und kupfernasiger 
alter Triton begleitet, indess hinter ihnen ein Frosch- 
mensch eben in die Tiefe sinkt.   Das ist mit arg- 
loser Unbefangenheit in allen Einzelheiten liebevoll aus- 
getiftelt und doch von mächtiger YVirkung durch das 
heilige Künstlerlachen über den eigenen drolligen Ein- 
fall; man wird" in dem fröhlichen Behagen, welches über 
dem Bild schwebt, immer an den Kraftmenschen Rabelais 
erinnert, wenn er inmitten des gelehrten Wustes in 
seinem vvGargantuaK sich allezeit der Abwechslung froh 
an einem groben Scherz erquickt, so dass man sein
        

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