Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461465
(1882),  der wAbenteurerrr,  das koloristisch merk- 
würdige Doppelbildnis der rvFrau YValdecker-Gurlittr 
mit ihrem Knaben und das in der glutvollen Art des 
Dianabildes gemalte Werk mit zwei drolligen alten 
vFaunen, eine schlafende Nymphe belauschendß, 
 diese sämtlich von 1882 herrührend,  sind die be- 
merklichsten nächsten Schöpfungen.  
Dann wird der uralte Mythos vom vvPrometheusr 
(1882) Vorwurf eines neuen Meisterwerks. Von den 
blauen Bildern das blauste, folgestrengste im Ton und 
tonschönste  ist es von einer Ursprünglichkeit der 
Naturauffassung, wie vielleicht jene war, die einen See- 
fahrer in alter Zeit, einen wandernden Barden auch zum 
Erdichter dieser Sage machte. Ursprüngliche Kunst ist 
ja nichts Anderes als Naturlaut, Naturdeutung. Als 
athmosphärische Vision hat Böcklin den gefesselten Gott 
dargestellt. Ueber dem unheimlich tief gestimmten, fast 
schwarzblauen Meer mit der stürmisch-weissen Brandung 
steigt schroff und steil die braungraue Kaukasusklippe 
auf; lrVasserfälle schäumen Wild von ihr herab; im grellen 
Sonnenileck und in den blaukalten Schatten rauschen die 
Baumwipfel am Hang unter wütendem Herbstwind; auf 
der höchsten Kuppe aber sieht man unter rasch {liegenden 
Sturmwolken in riesiger Bildung den Gott schattenhaft 
ausgestreckt. Dadurch dass der Körper den oberen 
Bildrand zu berühren scheint, ist mit feiner Berechnung 
die Vorstellung von qualvoller Fesselung,  durch die 
einsame Höhe mit den ziehenden NVolken diejenige un- 
endlicher Zeitdauer hervorgerufen. Die ganze Auffassung 
ist in ihrer Ursprünglichkeit nicht eigentlich hellenisch,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.